Cannabis-Legalisierung in Deutschland: Warum Bayern die Abgabe blockiert

Klaus-Dieter Pohl
Klaus-Dieter Pohl
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Ein aufgeschlagenes Buch mit einer detaillierten Karte von Bayern, auf der Städte und Ortschaften beschriftet sind, begleitet von beschreibendem Text.Klaus-Dieter Pohl

Cannabis-Legalisierung in Deutschland: Warum Bayern die Abgabe blockiert

Mehr als ein Jahr nach der teilweisen Legalisierung von Cannabis in Deutschland hat noch kein zugelassener Anbauverein die Droge legal an seine Mitglieder verteilt. Zwar wurden 60 Anträge für gewerbliche Vertriebsprojekte eingereicht, doch bis Ende 2025 erhielt keiner eine Genehmigung. Die Vereine sehen sich zunehmend mit regulatorischen Hürden konfrontiert – besonders Bayern stellt sich als besonderes Hindernis für die legale Versorgung dar.

Der Buds Collective e.V. in Grafenwöhr wurde als erster offiziell anerkannter Anbauverein in der Oberpfalz registriert. Doch der Weg dorthin war lang und von Schwierigkeiten geprägt. Obwohl alle gesetzlichen Auflagen erfüllt wurden, verhinderte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) kürzlich die Abgabe von Cannabis an die Mitglieder. Die Behörde stuft die Räumlichkeiten in Grafenwöhr als ungeeignet ein und droht mit Bußgeldern von bis zu 30.000 Euro.

Der Verein hatte seinen Anbau bereits ins benachbarte Sachsen verlagert, um Bayerns strengere Vorschriften zu umgehen. Selbst der Transport von mehr als 25 Gramm Cannabis zwischen Standorten erfordert in dem Bundesland eine offizielle Genehmigung. Unterdessen musste ein weiterer bayerischer Verein, Franken Cannabis, nach der Ausgabe seiner ersten Charge schließen. Die Behörden entzogen ihm die Lizenz, weil für das Lager fehlende Baugenehmigungen vorlagen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder setzt das Gesetz in maximal strenger Auslegung durch. Seine Regierung verhindert damit, dass lizenzierte Vereine ihre Mitglieder legal beliefern können. Kritiker werfen der Politik vor, zwar über den Schwarzmarkt zu klagen, gleichzeitig aber legale Alternativen zu blockieren.

Ungeschreckt plant der Buds Collective e.V., am Samstag, dem 29. November, einen neuen Vertriebsversuch. Der Verein betont, diesmal alle Vorschriften vollständig einzuhalten.

Bisher ist es keinem Anbauverein in Deutschland gelungen, Cannabis im Rahmen der neuen Entkriminalisierung legal zu vertreiben. Bayerns harte Durchsetzung und bürokratische Barrieren bleiben zentrale Hindernisse. Ohne funktionierende legale Versorgungswege dominiert der Schwarzmarkt weiterhin den Zugang zu Cannabis.

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