Mehr Geld und Urlaub: Öffentlicher Dienst lockt mit neuen Arbeitszeitmodellen
Mehr Geld und Urlaub: Öffentlicher Dienst lockt mit neuen Arbeitszeitmodellen
Beschäftigte im öffentlichen Dienst in Deutschland können künftig mehr arbeiten – und dafür mehr verdienen
Tarifbeschäftigte des öffentlichen Dienstes unter dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) haben ab sofort die Möglichkeit, gegen Zusatzvergütung längere Arbeitszeiten zu vereinbaren. Ab Anfang 2026 können Arbeitnehmer:innen ihre wöchentliche Arbeitszeit freiwillig von 39 auf bis zu 42 Stunden erhöhen. Die Vereinbarung sieht zudem neue Prämien, höhere Schichtzulagen und zusätzliche Urlaubstage vor.
Die Regelung erlaubt es den Mitarbeiter:innen, bis zu drei Stunden pro Woche mehr zu arbeiten – allerdings nur, wenn sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer zustimmen. Dieses Prinzip der "doppelten Freiwilligkeit" stellt sicher, dass niemand zu den verlängerten Arbeitszeiten gezwungen wird. Die Überstundenregelung ist auf 18 Monate befristet, kann aber unter bestimmten Bedingungen verlängert oder vorzeitig beendet werden.
Für die zusätzlichen Stunden erhalten die Beschäftigten ein höheres Grundgehalt sowie eine leistungsabhängige Prämie, die sich nach ihrer Entgeltgruppe richtet. Beschäftigte der unteren und mittleren Gehaltsstufen (Entgeltgruppen 1 bis 9b) bekommen einen Zuschlag von 25 Prozent, während höhere Gruppen (9c bis 15) 10 Prozent erhalten. Zudem gibt es einen prozentualen Bonus auf das Grundgehalt der Stufe 3 ihrer jeweiligen Entgeltgruppe für jede geleistete Zusatzstunde.
Deutlich angehoben wurden auch die Schichtzulagen: Die Prämie für Wechselschicht steigt von 105 auf 200 Euro monatlich, die Standard-Schichtzulage verdoppelt sich von 40 auf 100 Euro. Mit den Änderungen soll vor allem dem Fachkräftemangel in Schlüsselbereichen wie Verwaltung, Bildung und technischen Berufen begegnet werden.
Ab 2026 können Beschäftigte Teile ihrer Jahresprämie in bis zu drei zusätzliche freie Tage umwandeln. Ab 2027 erhalten alle TVöD-Beschäftigten zudem einen weiteren Urlaubstag pro Jahr.
Die neuen Regelungen bieten finanzielle Anreize und flexible Urlaubsoptionen für die Belegschaft im öffentlichen Dienst. Noch liegen jedoch keine Daten vor, wie viele deutsche Kommunen oder Arbeitgeber das freiwillige Überstundenmodell bereits eingeführt haben. Im Fokus bleibt die Gewinnung und Bindung von Fachkräften in besonders nachgefragten Bereichen.
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