Beutin wirft CDU/CSU "geistige Mittäterschaft" mit dem Faschismus vor

Klaus-Dieter Pohl
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Ein Propagandaplakat der NSDAP mit zwei Männern auf einem Sofa und Textinformationen über die Partei.Klaus-Dieter Pohl

Beutin wirft CDU/CSU "geistige Mittäterschaft" mit dem Faschismus vor

Lorenz Gösta Beutin, Bundestagsabgeordneter der Linken, hat Führungsmitglieder von CDU und CSU der "geistigen Mittäterschaft" mit dem Faschismus bezichtigt. Die Vorwürfe äußerte er während des 38. CDU-Parteitags in Stuttgart, wo die Spannungen zwischen den politischen Lagern eskalierten. Beutin, der als Historiker mit Schwerpunkt Nationalsozialismus forscht, zog Parallelen zwischen der aktuellen konservativen Rhetorik und der historischen Unterstützung für Hitlers Machtergreifung.

Die Angriffe richteten sich insbesondere gegen Bundeskanzler Friedrich Merz, den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) und den CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn. Beutin warf den Konservativen vor, sie hätten historisch Hitlers Aufstieg ermöglicht, das Ermächtigungsgesetz unterstützt und würden heute wieder rechtsextreme Parolen aufgreifen. Kritisch äußerte er sich über Söder, der die Linke als "Hauptfeind" bezeichnet und Nichtregierungsorganisationen in einer an die AfD erinnernden Art und Weise angreife.

Während des Parteitags soll Spahn die Linke-Co-Vorsitzende Heidi Reichinnek mit dem ehemaligen DDR-Staatschef Erich Honecker verglichen haben. Beutin reagierte darauf mit einer Warnung auf Instagram: "Die Geschichte lehrt uns, wachsam zu bleiben." Unerwähnt ließ er dabei, dass auch viele Konservative unter dem NS-Regime litten.

Beutins akademischer Werdegang umfasst eine Masterarbeit über seinen Großonkel, den Historiker Ludwig Beutin, in der er dessen ideologische Wandlungen während des Zweiten Weltkriegs untersuchte. Auf die Frage, ob die CDU/CSU Gefahr laufe, als rechtsextrem eingestuft zu werden, antwortete Beutin, die Union solle zu demokratischen Werten zurückkehren. Sein Büro teilte später mit, er stehe aufgrund einer Erkrankung für weitere Stellungnahmen nicht zur Verfügung.

Bisher liegt keine offizielle Reaktion der CDU/CSU auf Beutins Vorwürfe vor. Die Debatte folgt auf Merz' umstrittene Gleichsetzung von AfD und Linker während des Stuttgarter Parteitags. Der Austausch unterstreicht die anhaltenden Konflikte um politischen Extremismus und historische Verantwortung.

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