Klimapolitik: Warum Europa und die USA seit 20 Jahren gegensätzliche Wege gehen
Klimapolitik: Warum Europa und die USA seit 20 Jahren gegensätzliche Wege gehen
In den letzten zwei Jahrzehnten haben sich die Klimapolitiken auf beiden Seiten des Atlantiks sehr unterschiedlich entwickelt. Während die USA sich wiederholt aus globalen Abkommen zurückgezogen haben, hat Europa konsequent Emissionsreduktionen und den Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben. Trotz Rückschlägen auf Bundesebene setzen viele US-Bundesstaaten und Städte weiterhin eigenständig Maßnahmen zur Verringerung von CO₂-Emissionen um.
Erstmals distanzierten sich die USA 2001 von internationalen Klimabemühungen, als Präsident George W. Bush die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls verweigerte. Diese Tendenz setzte sich unter Donald Trump fort, der das Land 2017 aus dem Pariser Abkommen zurückzog. Seine Regierung versuchte zudem, das UN-Klimarahmenabkommen von 1992 vollständig zu demontieren.
Zwischen 2016 und 2020 verlagerte sich die US-Energiepolitik deutlich hin zu fossilen Brennstoffen. Die Regierung erweiterte die Exporte von verflüssigtem Erdgas (LNG) nach Europa, um nach der russischen Invasion in der Ukraine 2022 die Abhängigkeit von russischem Gas zu verringern. Zudem wurden Handelsabkommen wie das USMCA neu verhandelt, um den Energiehandel zu fördern. Diese Schritte belasteten zwar die Beziehungen zu EU-Partnern, die auf erneuerbare Energien setzen, stärkten aber die Bindungen zu von fossilen Brennstoffen abhängigen Ländern wie Saudi-Arabien und Indien durch Investitionen und bilaterale Vereinbarungen.
Europa hingegen verzeichnete stetige Fortschritte in der Klimapolitik. Das EU-Emissionshandelssystem, Effizienzmaßnahmen und der Ausbau erneuerbarer Energien haben die Union zur globalen Vorreiterin gemacht. Wind- und Solarenergie sind mittlerweile oft günstiger als fossile Brennstoffe und Kernkraft – mit wirtschaftlichen Vorteilen und größerer Energiesicherheit. Auch China und Indien entwickelten sich zu wichtigen Partnern, die ihre Kapazitäten für erneuerbare Energien rasant ausbauen.
In den USA zeigt die zögerliche Reaktion der Chemieindustrie auf den Emissionshandel ein grundsätzliches mangelndes Engagement. Dennoch schreiten trotz bundespolitischer Rückschläge viele Bundesstaaten und Städte voran. Kommunen und Unternehmen setzen weiterhin auf saubere Energie und beweisen, dass Klimaschutz auch ohne nationale Unterstützung vorankommen kann.
Die Kluft zwischen der US- und der EU-Klimapolitik bleibt groß. Während Europa mit Emissionshandel, erneuerbaren Energien und Effizienzmaßnahmen messbare Erfolge erzielt, schwankt die US-Politik auf Bundesebene je nach Regierung. Da erneuerbare Energien inzwischen kostengünstig sind und die Energiesicherheit an Bedeutung gewinnt, wird die wirtschaftliche Argumentation für saubere Energie – in Europa und darüber hinaus – immer überzeugender.
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