Kurt Eisners historische Schreibmaschine kehrt nach über 100 Jahren zurück
Die Schreibmaschine des Revolutionsführers - Kurt Eisners historische Schreibmaschine kehrt nach über 100 Jahren zurück
Eine historische Schreibmaschine, die einst Kurt Eisner, dem revolutionären bayerischen Führer, gehörte, wird ab dem 8. Juli im Haus der Bayerischen Geschichte ausgestellt. Die 1914 gefertigte Maschine spielte eine zentrale Rolle bei der Abfassung von Dokumenten während der turbulenten Monate der Jahre 1918 und 1919. Über drei Generationen von Eisners Familie bewahrt, bietet sie eine greifbare Verbindung zu einem entscheidenden Moment der deutschen Demokratiegeschichte.
Die Schreibmaschine der Marke Mercedes wurde in Zella-Mehlis, Thüringen, nur wenige Wochen vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs hergestellt. Eisner und seine Frau Else nutzten sie, um Schriften, Artikel und Korrespondenz zu verfassen – oft diktierte Eisner die Texte oder übergab handschriftliche Notizen, die Else dann tippte. Gegen Ende 1918 diente die Maschine vermutlich auch dazu, Briefe an Verbündete zu verfassen, die an dem Novemberaufstand beteiligt waren, der die Monarchie in Bayern stürzte und den Freistaat etablierte.
Nach Eisners Ernennung zum bayerischen Ministerpräsidenten im November 1918 führte er tiefgreifende Reformen ein, darunter das Frauenwahlrecht und den Achtstundentag. Seine Amtszeit endete abrupt, als er am 21. Februar 1919 ermordet wurde. Else nutzte die Schreibmaschine weiter, bis sie im Mai desselben Jahres aus Bayern floh.
1959 kehrte die Maschine nach Deutschland zurück und blieb jahrzehntelang im Besitz von Eisners Töchtern. Nun als "jahrhundertprägendes Artefakt der bayerischen Demokratiegeschichte" beschrieben, wird sie als Teil der museumseigenen Sammlung zu politischem Umbruch und Reformen gezeigt.
Die Ausstellung der Schreibmaschine markiert ihren ersten öffentlichen Auftritt seit über einem Jahrhundert. Besucher können die Maschine sehen, mit der während Bayerns kurzer revolutionärer Phase zentrale Dokumente verfasst wurden. Ihre Erhaltung sichert ein bedeutendes Stück der politischen Vergangenheit der Region für kommende Generationen.
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