Streit um Atomkraft spaltet mögliche Union-SPD-Koalition in der Energiepolitik
Union und SPD zerstritten beim Comeback der Atomkraft - Streit um Atomkraft spaltet mögliche Union-SPD-Koalition in der Energiepolitik
Eine mögliche Koalition zwischen der deutschen Unionsparteien und der SPD steht wegen der Atomkraft vor neuen Spannungen. Die Debatte hat alte Gräben wieder aufbrechen lassen, da führende Politiker uneins sind, ob die Kernenergie eine Renaissance erleben soll. Im Mittelpunkt des Streits stehen nun kleine modulare Reaktoren (SMR), die manche als entscheidend für die Energiesicherheit der deutschen Bahn betrachten, während andere sie kategorisch ablehnen.
Die Diskussion eskalierte, nachdem die CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche SMR als zukunftsweisende Energielösung für Deutschland befürwortet hatte. Ihre Haltung steht im direkten Widerspruch zu SPD-Minister Carsten Schneider, der vor den Risiken der Atomkraft warnt. Die Spaltung spiegelt die tiefer liegenden Konflikte innerhalb der geplanten Union wider, wo CDU, CSU und SPD sich bereits in früheren Koalitionsgesprächen nicht auf eine gemeinsame Linie in der Atompolitik einigen konnten.
CSU-Chef Markus Söder und die Landtagsfraktion seiner Partei drängen auf den Bau neuer Atomkraftwerke und argumentieren, diese würden Deutschlands Energieversorgung während sogenannter Dunkelflauten sichern – Phasen, in denen erneuerbare Energien zu wenig Strom liefern. CSU-Generalsekretär Martin Huber unterstrich diese Position und forderte eine Offenheit für SMR, um die Wirtschaft zu stärken. Die Partei bezeichnet den 2023 vollzogenen Atomausstieg, den sie einst mitgetragen hatte, inzwischen als schweren strategischen Fehler und wirft der Regierung vor, Deutschland dadurch von Gasimporten oder ausländischem Atomstrom abhängig gemacht zu haben.
Kritiker hingegen zweifeln an der Machbarkeit von SMR. Der oft von Befürwortern angeführte Fortschritt in Kanada bleibt begrenzt: Der erste Reaktor wird dort frühestens um 2030 erwartet, und nur ein einziges Forschungsprojekt ist mit der SMR-Entwicklung verbunden. Die SPD hingegen hält die Technologie für unrealistisch – die Fronten sind verhartet.
Die CSU argumentiert, Deutschland benötige 12 Gigawatt steuerbare Reservekapazitäten aus Gas und Atomkraft, um Abhängigkeiten von französischer oder russischer Energie zu vermeiden. Zudem verweist die Partei auf die steigenden Kosten der Energiewende – des deutschen Umstiegs auf erneuerbare Energien – und sieht darin eine Rechtfertigung, die Atomoption neu zu bewerten.
Seit 2023 ist Deutschland offiziell atomfrei – eine Entscheidung des Bundestags, die selbst die CSU damals unterstützte. Doch mit ihrer jüngsten Kehrtwende zugunsten neuer Reaktoren, insbesondere von SMR, stellt sich die Partei nun gegen den klaren Widerstand der SPD. Ohne Kompromiss könnte der Streit die Koalitionsverhandlungen belasten und dringend notwendige energiepolitische Weichenstellungen verzögern.
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