Gericht stoppt Wucher mit Oktoberfest-Tischen – doch die Preise explodieren weiter

Susi Drub
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Ein Konzertplakat mit Text, der ein Ereignis in München, Deutschland, ankündigt.Susi Drub

Oktoberfest-Reservierung: Gericht verbietet teure Weiterverkäufe - Gericht stoppt Wucher mit Oktoberfest-Tischen – doch die Preise explodieren weiter

Ein Münchner Gericht hat ein Event-Unternehmen verurteilt, das Oktoberfest-Tischreservierungen zu überteuerten Preisen weiterverkauft hatte. Die Ochsenbraterei, betrieben von der Familie Haberl, hatte Klage eingereicht, nachdem sie feststellte, dass Plätze zu weit höheren Preisen als dem Originalwert angeboten wurden. Das Urteil soll die ausbeuterischen Weiterverkaufspraktiken eindämmen, die das Volksfest in den letzten Jahren zunehmend belastet haben.

Die Agentur hatte sechs Plätze an einem Zehn-Personen-Tisch für 1.729 Euro inklusive Essensgutscheine verkauft. Käufer riskierten den Rauswurf, falls sie beim Weiterverkauf ihrer Plätze erwischt wurden. Laut den Nutzungsbedingungen der Ochsenbraterei ist der gewinnorientierte Weiterverkauf von Reservierungen strikt untersagt.

Die offiziellen Preise für Oktoberfest-Tische auf Plattformen wie oktoberfest.de sind moderat gestiegen – von etwa 100–150 Euro pro Bank auf 120–180 Euro. Doch auf Portalen wie eBay Kleinanzeigen oder Facebook Marketplace explodieren die Weiterverkaufspreise, besonders in den Tagen vor dem Fest: Hier werden oft 500 bis 2.000 Euro oder mehr verlangt. Die Familie Haberl geht bereits seit Längerem gegen solche Praktiken vor und hatte 2020 einen ähnlichen Prozess gewonnen.

Trotz des Urteils werden auf Online-Portalen weiterhin Tische für das diesjährige Oktoberfest zu horrenden Preisen angeboten – teilweise bis zu 10.000 Euro für zwei oder mehr Zehn-Personen-Tische. Die Stadt München betreibt ein offizielles Portal, auf dem nicht genutzte Reservierungen zum Originalpreis getauscht oder verkauft werden können.

Oktoberfest-Chef Christian Scharpf begrüßte die Gerichtsentscheidung und warnte, dass überteuerte Weiterverkäufe dem Ruf des Festes schadeten.

Das Urteil unterstreicht die bestehenden Regeln gegen das Profitschlagen mit Oktoberfest-Reservierungen. Offizielle Kanäle bleiben die einzige legale Möglichkeit, Tische zu fairen Preisen zu übertragen. Die Durchsetzung gegen Weiterverkaufsplattformen stellt für die Veranstalter jedoch weiterhin eine Herausforderung dar.

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