600 Passagiere sitzen stundenlang in Flugzeugen auf dem Münchner Flughafen fest

Susi Drub
Susi Drub
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Ein einzelnes Flugzeug im Flug vor einem klaren Himmel.Susi Drub

600 Passagiere sitzen stundenlang in Flugzeugen auf dem Münchner Flughafen fest

Starke Schneefälle und nächtliches Flugverbot: 600 Passagiere sitzen stundenlang in Maschinen auf dem Münchner Flughafen fest

Ein heftiger Schneefall und ein nächtliches Startverbot ließen rund 600 Passagiere in sechs Flugzeugen auf dem Münchner Flughafen über Nacht festsitzen. Der Vorfall hat nun Ermittlungen ausgelöst: Die Polizei erstellt einen Bericht für die Staatsanwaltschaft Landshut, um mögliche rechtliche Konsequenzen zu prüfen. Airlines und Flughafenpersonal stehen in der Kritik, weil sie die Reisenden aufgrund logistischer Probleme nicht zurück in das Terminal bringen konnten.

Die Odyssee begann, als Schnee und Eis die Maschinen in den späten Abendstunden am Boden hielten. Ein nächtliches Flugverbot verhinderte Starts, sodass die Passagiere stundenlang an Bord ausharren mussten. Flughafenbusse konnten sie nicht zurück ins Terminal transportieren, da die Fahrer ihre Schichten bereits beendet hatten. Ein Fußmarsch über das Gelände galt als zu gefährlich – die Reisenden hatten keine Möglichkeit, die Flugzeuge zu verlassen.

Ein Sprecher des Münchner Flughafens bedauerte den Vorfall später, betonte jedoch, dass niemand in Gefahr gewesen sei. Zunächst entschuldigte sich die Lufthansa für die "Unannehmlichkeiten" – eine Reaktion, die bei einem Bild-Kommentator Empörung auslöste. Die Airline ruderte später zurück und erklärte, man sei "aufrichtig leidtun" und werde den Betroffenen eine Entschädigung zahlen.

Laut Berichten blieben die Passagiere trotz der misslichen Lage ruhig und protestierten nicht. Ihre gelassene Haltung könnte dazu beigetragen haben, dass die Lösung des Problems verzögert wurde. Unterdessen erstellt das Polizeipräsidium Oberbayern einen detaillierten Bericht für die Staatsanwaltschaft Landshut. Die Behörden prüfen, ob strafrechtliche Vorwürfe wie Fahrlässigkeit oder Gefährdung im Raum stehen – bisher haben jedoch keine Passagiere offiziell Beschwerde eingereicht.

Einige Klimaaktivisten der Gruppe Letzte Generation deuteten den Vorfall als eine Art "Vergeltung" für umweltschädliches Fliegen. Im Mittelpunkt der Debatte stehen jedoch die operativen Versäumnisse, die zur Festsetzung der Reisenden führten.

Der Vorfall hat eine offizielle Überprüfung ausgelöst: Die Staatsanwaltschaft prüft mögliche rechtliche Folgen. Die Lufthansa hat Entschädigungen zugesagt, und die Flughafenverantwortlichen haben Mängel eingeräumt. Das weitere Vorgehen hängt nun von der Bewertung der Ereignisse und etwaiger Verstöße durch die Ermittler ab.

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