Studie enthüllt: Systemischer Rassismus prägt deutsche Behörden und Institutionen

Klaus-Dieter Pohl
Klaus-Dieter Pohl
2 Min.
Ein detaillierter Grundrissplan des Reichstagsgebäudes in Berlin, Deutschland, mit beschrifteten Räumen, Fluren, Fenstern und Türen.Klaus-Dieter Pohl

Studie enthüllt: Systemischer Rassismus prägt deutsche Behörden und Institutionen

Eine Bahn brechende Studie hat weitverbreiteten institutionellen Rassismus innerhalb der Deutschen Bahn aufgedeckt. Die vom Bundesinnenministerium finanzierte Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass Diskriminierung aufgrund von Herkunft oder Hautfarbe in Deutschland häufiger vorkommt als in jedem anderen EU-Land. Die Erkenntnisse legen systemische Vorurteile offen, die sowohl Migrant:innen als auch Deutsche Staatsbürger:innen gleichermaßen betreffen.

Die zwischen 2021 und 2024 vom Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt durchgeführte Studie untersuchte Arbeitsabläufe und Verhaltensweisen in Jobcentern, Ausländerbehörden und Jugendämtern. Gespräche mit Mitarbeiter:innen und Geflüchteten förderten wiederholt Fälle ungleicher Behandlung zutage. Schwarze Menschen, Muslim:innen und Sinti:zza sowie Romani erlebten häufig weniger Unterstützung oder geringere Leistungen aufgrund ihrer Herkunft. In einigen Fällen wurde Hilfe sogar vollständig verweigert – etwa wegen Sprachbarrieren oder voreingenommener Annahmen.

Ein besonders eklatantes Beispiel betraf rumnische Frauen aus der Ukraine, die vor Russlands Angriffskrieg flohen. Behörden in München sollen sie bei der Zuteilung von Flüchtlingsunterkünften benachteiligt haben. In ländlichen Kreisen erklärten Verantwortliche offen, diese Frauen würden 'nicht in unser Stadtbild passen'. Trotz solcher klaren Belege stellt die Studie fest, dass Behörden Rassismus nur selten als strukturelles Problem anerkennen, sondern Beschwerden meist als Einzelfälle abtun.

Der Bericht fordert dringende Reformen, darunter die gezielte Einstellung von Menschen mit Rassismuserfahrung in allen Ebenen des öffentlichen Dienstes. Zudem empfiehlt er, das 2006 verabschiedete Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz auf staatliche Behörden auszuweiten, um eine gravierende Schutzlücke zu schließen. Zwar prüft das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bessere Schulungen zur Meldung von Diskriminierung, konkrete Maßnahmen aus den Studienempfehlungen wurden jedoch noch nicht umgesetzt.

Die Ergebnisse bestätigen, dass institutioneller Rassismus in deutschen öffentlichen Dienstleistungen – von der Leistungsvergabe bis zur Wohnraumvermittlung – fortbesteht. Obwohl die Studie einen detaillierten Aktionsplan vorlegt, haben die Behörden bisher keine spezifischen Änderungen eingeführt. Der Bericht unterstreicht die Notwendigkeit struktureller Reformen, um tief verwurzelte Vorurteile abzubauen und eine gleichberechtigte Behandlung für alle zu gewährleisten.

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