Bayern attackiert EU-Naturschutzgesetz als "populistisch" – doch der Bund fördert bereits

Ilja Rust
Ilja Rust
2 Min.
Eine Europakarte mit verschiedenen Grüntönen, die unterschiedliche EU-Regionen darstellen, und das Logo des Europäischen Umweltbüros in der linken oberen Ecke.Ilja Rust

Bayern attackiert EU-Naturschutzgesetz als "populistisch" – doch der Bund fördert bereits

Bayern drängt auf die Abschaffung des EU-Naturschutzgesetzes, eines zentralen Bausteins des Europäischen Green Deals. Der Freistaat wird am Freitag einen Antrag im Bundesrat einbringen, in dem argumentiert wird, das Gesetz schade Menschen, Natur und kulturellem Erbe. Unterdessen hat die Bundesregierung bereits mit der Auszahlung von Fördermitteln begonnen, um die Ziele des Gesetzes zu unterstützen.

Das Naturschutzgesetz trat im August 2024 als Leuchtturmprojekt unter EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Kraft. Es zielt darauf ab, geschädigte Ökosysteme in allen EU-Mitgliedstaaten wiederherzustellen, indem es die Zusammenarbeit zwischen Behörden, Landwirten, Forstleuten und Umweltschutzgruppen fördert. Die deutsche Bundesregierung unterstützt das Gesetz mit 3,5 Milliarden Euro bis 2028, wobei Mittel für Waldumbau, die Wiedervernässung von Feuchtgebieten und die Renaturierung von Gewässern vorgesehen sind.

Im April 2024 wurden 122 Kommunen ausgewählt, um im Rahmen des Aktionsprogramms "Natürlicher Klimaschutz" fast 200 Millionen Euro zu erhalten. Bis September folgte eine Förderrichtlinie für die Renaturierung von Mooren, die Planung, Beratung und Umsetzung abdeckt. Eine weitere Richtlinie zu "Klimawildnis" im November 2024 wies kleinere Flächen als Kohlenstoffspeicher und Lebensräume aus. Trotz dieser Maßnahmen stößt das Gesetz auf Widerstand, insbesondere aus der Landwirtschaft in Norddeutschland.

Bayerns Umweltminister Tobias Goldschmidt (Schleswig-Holstein) bezeichnete die Ablehnung des Freistaats als "reinen Populismus". Gleichzeitig kritisierte er das im Bundestag diskutierte Infrastruktur-Beschleunigungsgesetz als eines der "schlechtesten Gesetze", die je im Bundesrat behandelt wurden. Das Naturschutzgesetz selbst sieht jedoch keine Enteignungen vor und lässt weiterhin agrarumweltpolitische Maßnahmen zu.

Trotz des bayerischen Vorstoßes setzen Bund und Länder die Umsetzung des Gesetzes fort. Die Förderung für Renaturierungsprojekte bleibt bestehen, darunter Richtlinien zum Moorschutz und zu Klimawildnis-Gebieten. Der Bundesrat wird nun über den Abschiedungsantrag entscheiden.

Neueste Nachrichten
Ein Blatt mit der Aufschrift "Neustädter Markt, die Wahl, Mr. Williams' Vorschlag für Mehrheit gegen Mehrheit."
Allgemeine Nachrichten 2 Min.

Hartmann bleibt Bürgermeister – doch die CSU übernimmt im Dachauer Stadtrat die Führung

Florian Hartmann bleibt im Amt, doch der Stadtrat ist nicht mehr sein sicherer Hafen. Mit der CSU als neuer dominanter Kraft und geschrumpften Mehrheiten beginnt eine Ära harter Kompromisse – und die Grünen stehen vor einer Bewährungsprobe.

Eine Gruppe von Männern in grünen T-Shirts steht und hockt auf einem Fußballfeld mit einem Ball vor ihnen, einem Torpfosten rechts daneben und einem Hintergrund aus Bäumen, Gebäuden, Pfählen, Fahrzeugen und dem Himmel. Die linke untere Ecke enthält eine Zahlenfolge von 1 bis 72.
Basketball 1 Min.

Basketball-WM-Quali 2026: Deutschland startet ohne Schlüsselspieler in die Herausforderung

Verletzungspech trifft die DBB-Auswahl: Ohne ihren Top-Werfer Andreas Obst muss das Team gegen Israel und Zypern beweisen, dass der Kader mehr als nur Bayern-Spieler kann. Wer übernimmt jetzt die Führung?

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto eines Zuges, der eine steile Anhöhe hinauffährt, mit einem Pfahl auf der rechten Seite und Bäumen im Hintergrund und Text unten.
Kriminalität und Justiz 2 Min.

Garmisch 2022: Warum Konstruktionsfehler das Zugunglück verschlimmerten

Ein "Wackeln" vor der Entgleisung – doch die wahre Gefahr lag im Damm. Warum selbst Tempo 50 die Wagen nicht hätte retten können. Und wer jetzt in der Pflicht steht.

Eine Abbildung eines Atomkraftwerks mit einem Haus, Turm und Wasser im Hintergrund, begleitet von beschreibendem Text.
Kriminalität und Justiz 2 Min.

Söder wirbt für Mini-AKWs – doch die Debatte um Deutschlands Energiewende spaltet die Parteien

Mini-AKWs statt Windräder? Söders Vorstoß für Atomkraft-Zwerge entfacht einen Streit über Deutschlands Energie-Zukunft. Warum die Technologie noch niemand nutzt – und was die Gegner sagen.

Ein großes Stadion mit vielen Menschen davor, Fahrzeuge auf der Straße vorne, ein Zaun auf der linken Seite und Bäume mit einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.
Champions League 2 Min.

SpVgg Greuther Fürth und infra fürth gmbh besiegeln Partnerschaft bis 2030

Mehr als nur Sponsoring: Die Zusammenarbeit zwischen dem Fußballverein und dem Fürther Unternehmen schafft Infrastruktur, Nachwuchsförderung und kostenlose Mobilität für Fans. Ein Signal für die Region.

Eine Karikatur einer Gerichtsszene mit einer Gruppe von Menschen, die sitzen und ein Mann in der Mitte steht, ein Tisch mit Gegenständen rechts und Text unten, der "Boney's Trial, Sentence and Dying Speech Europe's Injuries Revenged" lautet.
Kriminalität und Justiz 2 Min.

Neuprozess nach 30 Jahren: Wird der mutmaßliche Mörder eines Mädchens freigesprochen?

Ein brutaler Mord an einem 13-jährigen Mädchen, ein jahrzehntelanger Rechtsstreit – und nun die letzte Chance auf Gerechtigkeit. Doch die Zweifel sind groß. Die Entscheidung hängt an einem seidenen Faden: Reicht die Beweislage für eine Verurteilung?

Eine Gruppe von Menschen auf einem Fußballfeld mit einer roten und weißen Flagge im Vordergrund, einem Bogen mit Text "Bayern München vs Bayern Munich Betting Tips & Preview" im Hintergrund und einer großen Menge im Stadion.
Champions League 2 Min.

Bayerns heißes Duell: Warum Atalanta Bergamo mehr ist als nur ein Außenseiter

Ein scheinbar klarer Favorit, ein Gegner mit K.-o.-Gen – und ein Spiel, das über alles entscheidet. Warum Atalanta Bayerns Pläne durchkreuzen könnte.

Ein Konzertplakat mit Text, der ein Ereignis in M├╝nchen, Deutschland, ankündigt.
Europäische Ligen 1 Min.

1.860 Wahlplakate als stille Protestbotschaft: TSV-Fans attackieren den FC Bayern

Mit Kleber und 1.860 Plakaten eskaliert der Fan-Protest gegen den Rekordmeister. Warum der FC Bayern schweigt – und was die Aktion über Münchens Fußball-Kultur verrät.

Neueste Nachrichten