Münchner Startup revolutioniert Geothermie mit Elektroimpuls-Bohrtechnik und SPRIND-Partnerschaft
Münchner Startup revolutioniert Geothermie mit Elektroimpuls-Bohrtechnik und SPRIND-Partnerschaft
Münchner Startup Telura kooperiert mit SPRIND, um elektropulsbasiertes Bohren unter Realbedingungen zu testen
Das in München ansässige Startup Telura hat sich mit der SPRIND, der Bundesagentur für Sprunginnovationen, zusammengeschlossen, um seine Elektroimpuls-Bohrtechnologie unter realen Bedingungen zu erproben. Das von Experten für E-Fuels und Extremhardware gegründete Unternehmen will die Gewinnung von Geothermie revolutionieren, indem es eine der größten Hürden angeht: die hohen Kosten für Tiefenbohrungen.
Telura wurde von Philipp Engelkamp und Andrew Welling mitgegründet, die über Erfahrung in der Kommerzialisierung synthetischer Kraftstoffe und der Entwicklung hochbelastbarer Hardware verfügen. Ihr Fokus liegt auf der Erschließung superheißer Gesteins-Geothermie, die bisher kaum genutzt wird – vor allem wegen der wirtschaftlichen Herausforderungen herkömmlicher Bohrmethoden.
Die Lösung des Startups, das Elektroimpuls-Bohren, nutzt Hochspannungs-Stromstöße, um Gestein von innen aufubrechen. Im Gegensatz zu mechanischen Bohrköpfen, die unter extremer Hitze und Tiefe schnell verschleißen, vermeidet dieser Ansatz physische Abnutzung. Die Technologie ist so konzipiert, dass sie mit bestehender Bohrinfrastruktur kompatibel ist und so die Risiken bei der Einführung verringert.
Telura zielt auf geschlossene Geothermie-Kreislaufsysteme ab, bei denen ein Arbeitsmedium durch tiefe, heiße Gesteinsschichten zirkuliert – ohne dass ein natürliches hydrothermales Reservoir erforderlich ist. Dieses Verfahren entspricht der wachsenden Nachfrage nach sauberer, grundlastfähiger Energie, insbesondere für den Stromhunger KI-gestützter Rechenzentren. Ende 2025 sicherte sich das Unternehmen eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde über 4 Millionen Euro, angeführt von Nucleus Capital und First Momentum Ventures, um die Entwicklung voranzutreiben.
Die Partnerschaft mit SPRIND ermöglicht es Telura, seine Bohrtechnik unter praxisnahen Bedingungen zu validieren. Bei Erfolg könnte die Technologie die Kosten senken und den Zugang zu tiefer Geothermie erweitern. Der Fortschritt des Unternehmens fällt in eine Zeit, in der Industriezweige zunehmend nach zuverlässigen, emissionsfreien Energiequellen suchen.
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