27 March 2026, 02:16

Streit um neues Abschiebeterminal am Münchner Flughafen entbrannt

Eine Liniendiagramm, das die Anzahl der Personen, denen in den Vereinigten Staaten von 1990 bis 2016 Asyl gewährt wurde, zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Streit um neues Abschiebeterminal am Münchner Flughafen entbrannt

Am Münchner Flughafen soll ein neues Abschiebeterminal entstehen – ein Vorhaben, das unter Politikern und Hilfsorganisationen für Kontroversen sorgt. Die von der Flughafen München GmbH (FMG) für die Bundespolizei geplante Einrichtung zielt darauf ab, Abschiebungen effizienter zu gestalten, stößt jedoch auf starken Widerstand bei lokalen Aktivisten und Abgeordneten.

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Aus Daten der Bundespolizei geht hervor, dass 2023 in Deutschland gegen 355.055 Menschen vollstreckbare Abschiebebescheide vorlagen. Diese Zahl unterstreicht das Ausmaß der Abschiebungen, die über das neue Terminal abgewickelt werden könnten. Kritiker fordern jedoch einen Kurswechsel weg von Zwangsabschiebungen.

Johannes Becher, Landtagsabgeordneter der Grünen in Bayern, wirft München vor, sich zu einem "Abschiebe-Drehkreuz" zu entwickeln. Er besteht darauf, dass Abschiebungen nur als letztes Mittel gegen verurteilte Straftäter angewendet werden sollten. Zudem warnt Becher davor, gut integrierte Menschen mit sicheren Arbeitsplätzen abzuschieben, und bezeichnet diesen Ansatz als verfehlt.

Becher äußert auch Bedenken hinsichtlich der Transparenz: Es fehle an öffentlichen Informationen über den Betrieb des Terminals. Unterdessen hält Benno Zierer von den Freien Wählern die prognostizierte Steigerung der Abschiebungen für unrealistisch hoch.

Stephan Griebel, Sprecher der Freiwilligen-Hilfsnetzwerke in Freising, befürchtet, dass das Terminal zu einem Binnen-Sekundärmigrationszentrum werden könnte. Dies, so seine Warnung, könnte Menschen vollständig vom Asylverfahren ausschließen. Stattdessen plädiert Griebel für den Ausbau freiwilliger Rückkehrprogramme als humanere Alternative.

Florian Herrmann von der CSU verweist auf Bundespolizei-Statistiken, wonach derzeit rund 260.000 Menschen von vollstreckbaren Abschiebebescheiden betroffen sind. Die unterschiedlichen Zahlen tragen zusätzlich zur Debatte über die Notwendigkeit des Terminals bei.

Das Abschiebeterminal am Münchner Flughafen bleibt ein zutiefst umstrittenes Thema. Während die Behörden auf die hohe Zahl vollstreckbarer Abschiebungen verweisen, setzen sich Gegner für freiwillige Rückkehren und strengere Kriterien ein. Die künftigen Abläufe in der Einrichtung werden voraussichtlich weiterhin aufmerksam von Politikern und Hilfsorganisationen beobachtet werden.

Quelle