ZF entwickelt eigenen Hochleistungschip für mehr europäische Technologie-Souveränität
Susi DrubZF entwickelt eigenen Hochleistungschip für mehr europäische Technologie-Souveränität
Zulieferer ZF entwickelt eigenen Hochleistungschip, um Abhängigkeit von US- und asiatischen Herstellern zu verringern
Der deutsche Autozulieferer ZF hat einen eigenen Hochleistungschip entwickelt, um die Abhängigkeit von Halbleiterherstellern aus den USA und Asien zu reduzieren. Mit diesem Schritt will das Unternehmen die Kontrolle über die Chipproduktion stärker in Europa verankern. Derzeit stammen die meisten Autochips aus dem Ausland, was europäische Firmen von ausländischen Lieferanten abhängig macht.
Der neue Chip wurde in Deutschland entworfen und wird in Dresden gefertigt, auch wenn Teile der Produktion weiterhin in Asien erfolgen könnten. Er verarbeitet Daten aus mehreren Sensoren und entlastet so den Hauptprozessor, der sich anderen Aufgaben widmen oder in kompakteren, effizienteren Systemen eingesetzt werden kann. Dadurch könnten fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme und autonome Fahrfunktionen für den Massenmarkt erschwinglicher werden.
ZF betrachtet das Projekt als Schritt in Richtung europäischer technologischer Souveränität. Das Unternehmen strebt nicht an, US-Konkurrenten wie Nvidia oder Qualcomm zu verdrängen, möchte aber mehr Flexibilität bei der Chipbeschaffung gewinnen. Allerdings könnte die Massenproduktion des Chips in Fahrzeugen frühestens in vier bis fünfeinhalb Jahren beginnen.
Moderne Autos setzen zunehmend auf Hochleistungscomputer statt auf klassische Antriebe. Diese Chips steuern heute bereits Antriebsstränge und Fahrerassistenzsysteme und werden künftig auch vollständig autonome Fahrzeuge regeln. Doch Europa hat im Vergleich zu Asien und den USA bei der Halbleiterentwicklung Rückstände.
ZFs Chip unterstreicht Europas Bestrebungen, in der Automobiltechnologie unabhängiger zu werden. Bei Erfolg könnte er die Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten verringern und gleichzeitig die Kosten für fortschrittliche Fahrfunktionen senken. Bis zur flächendeckenden Einführung werden jedoch noch mehrere Jahre vergehen.






