Warum Berlin trotz Digitalisierung auf 5.333 Faxgeräte setzt
Berlin setzt weiterhin stark auf Faxgeräte im Behördenalltag
Die Senatsverwaltung der Hauptstadt betreibt derzeit 5.333 Faxgeräte, und in 189 Verwaltungsvorgängen ist das Fax nach wie vor zwingend vorgeschrieben. Die Hartnäckigkeit solcher veralteter Systeme unterstreicht die größeren Herausforderungen, mit denen die deutsche Bürokratie konfrontiert ist.
Bürokratie in Deutschland wird oft mit langsamen Abläufen, komplizierten Vorschriften und veralteter Technik in Verbindung gebracht. Hinzu kommen 16 unterschiedliche Landesbauordnungen, die für zusätzliche Verwirrung sorgen und sowohl Bürger als auch Unternehmen vor ineffiziente Hürden stellen.
Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), eine Lobbyorganisation, hat öffentlich Stellung gegen als übermäßig empfundene Regulierungen bezogen. Auf dem CDU-Parteitag 2024 posierte Friedrich Merz symbolisch mit einem „Bürokratie-Schredder“, um gegen Vorschriften wie das EU-Lieferkettengesetz zu protestieren. Die Gruppe eröffnete sogar ein „Bürokratie-Museum“ in Berlin, um gegen Unternehmensregulierungen zu argumentieren.
Trotz der Kritik erfüllt Bürokratie eine wichtige Funktion in der Demokratie: Sie begrenzt die Macht von Einzelpersonen, politischen Gruppen und Gerichten und sichert so Rechenschaftspflicht. Viele betonen, dass bestimmte Regelungen – etwa zum Schutz der Umwelt oder der Bürgerrechte – erhalten bleiben und nicht abgeschwächt werden sollten.
Faxgeräte und komplexe Vorschriften prägen weiterhin den Alltag in Berlin und ganz Deutschland. Während die einen Deregulierung fordern, bestehen andere darauf, dass zentrale Schutzmechanismen bestehen bleiben müssen. Die Debatte über Bürokratie beeinflusst weiterhin Politik und öffentliche Dienstleistungen.
