Vatikan lehnt Laienpredigten ab – deutsche Bischöfe scheitern mit Reformvorschlag
Ilja RustVatikan lehnt Laienpredigten ab – deutsche Bischöfe scheitern mit Reformvorschlag
Der Vatikan hat einen Antrag deutscher Bischöfe abgelehnt, Laien das Predigen während der Messe zu gestatten. Der Vorschlag war Teil des Synodalen Wegs, eines Reformprozesses, an dem in Deutschland Laiengruppen und Bischöfe beteiligt sind. Kardinal Arthur Roche, Leiter des Dikasteriums für den Gottesdienst, wies das Anliegen in einer jüngsten Stellungnahme offiziell zurück.
Der Synodale Weg hatte angeregt, qualifizierten Laien zu erlauben, an Sonn- und Feiertagen die Predigt zu halten. Deutsche Laienverbände, darunter das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), setzen sich seit Langem für diese Änderung ein. Irme Stetter-Karp, die ZdK-Vorsitzende, kündigte an, die Bischöfe nach der Absage weiter in der Sache zu drängen.
Kardinal Roche stützte seine Entscheidung auf das Kirchenrecht (Codex Iuris Canonici) und die Instruktion Redemptionis Sacramentum von 2004. Beide Dokumente legen fest, dass die Predigt Bestandteil der Liturgie ist und von einem Priester oder Diakon gehalten werden muss. Die Deutsche Bischofskonferenz bestätigte die Ablehnung und verwies auf die rechtlichen Vorgaben.
Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD) kritisierte die Haltung des Vatikans scharf. Sie bezeichnete die Entscheidung als weiteren Beleg für die Ausgrenzung von Frauen aus zentralen Ämtern der Kirche. Papst Franziskus hatte zuvor gewarnt, der Synodale Weg werde eher von Ideologie als vom Glauben getragen.
Mit dem Beschluss des Vatikans bleibt es Laien in Deutschland verwehrt, während der Messe zu predigen. Die Entscheidung beruht auf dem geltenden Kirchenrecht, das die Predigt geweihten Klerikern vorbehält. Deutsche Laienverbände kündigten an, sich trotz des Rückschlags weiterhin für eine Reform einzusetzen.
