Thüringer Freilichtmuseen kämpfen mit hohen Spritpreisen vor der Saisoneröffnung
Pierre BaumVerhindert der Spritpreis Besuche in Freilichtmuseen? - Thüringer Freilichtmuseen kämpfen mit hohen Spritpreisen vor der Saisoneröffnung
Freilichtmuseen in Thüringen bereiten sich auf die neue Saison vor – doch steigende Spritpreise dämpfen die Vorfreude
Mit Ostern vor der Tür finalisieren Freilichtmuseen wie die Funkenburg in Westgreußen und das Museum in Hohenfelden ihre Programme für die kommenden Monate. Doch die Verantwortlichen blicken mit Sorge auf die Besucherzahlen: Die stark gestiegenen Kraftstoffkosten könnten viele Gäste abschrecken, insbesondere in der oft autoabhängigen ländlichen Region.
Hinter dem jüngsten Preisschub für Benzin und Diesel stehen die eskalierenden Konflikte im Iran sowie Angriffe auf die Energieinfrastruktur Katars. In Deutschland kostet der Liter Kraftstoff mittlerweile über zwei Euro – ein schwerer Dämpfer für Freizeitausflüge in die Fläche, gerade zur Hochsaison.
Die Funkenburg in Westgreußen öffnet wie geplant am Osterwochenende ihre Pforten. Trotz finanzieller Engpässe des Museums erwarten die Besucher ein Osterprogramm mit Eiersuche und einem besonderen Café. Später in der Saison stehen eine Nachstellung der Völkerwanderungszeit sowie das traditionelle Funkenburg-Festival auf dem Plan.
Das Freilichtmuseum Hohenfelden nimmt ab dem 28. März seinen Hauptbereich wieder in Betrieb. Bis Ende Mai soll zudem ein neues Besucherzentrum fertiggestellt werden. Beliebte Veranstaltungen wie der Handwerkertag, der Schäfertag und der erweiterte Thüringer Käsemarkt kehren zurück. Doch auch hier fürchtet die Museumsleitung, dass die hohen Spritpreise potenzielle Gäste abhalten könnten.
Das Hennebergische Museum Kloster Veßra hat sein Angebot ebenfalls aufgefrischt: Neue Ausstellungen und umgestaltete Räume bereichern Veranstaltungen wie das Museumsfest, den Gartenmarkt und die Konzertreihe Klosterklang. Die Thüringer Bauernhäuser in Rudolstadt empfangen ab dem 1. April Gäste mit modernisierten Einrichtungen und einem vollen Programm – darunter das Burgenland-Weinfest, Open-Air-Kino und die Rudolstädter Sommerserenaden.
Um die Anreise zu erleichtern, startet pünktlich zu Ostern ein Wochenend-Busshuttle von Erfurt zum Freilichtmuseum Hohenfelden. Die Initiative soll Besuchern helfen, die hohen Spritkosten zu umgehen, denn viele ländliche Museen sind ohne Auto nur schwer erreichbar. Seit Ende Februar sind die Kraftstoffpreise drastisch gestiegen: Diesel verteuerte sich um 54,5 Cent pro Liter, Benzin um 30,8 Cent – der Literpreis liegt nun im Schnitt über zwei Euro.
Obwohl es noch keine konkreten Daten zu den Auswirkungen auf den Thüringer Tourismus gibt, hat die EU bereits Maßnahmen zur Reduzierung des Ölverbrauchs eingeleitet. Diese könnten sich zusätzlich auf branchenabhängige Sektoren auswirken – insbesondere auf Kultureinrichtungen in abgelegenen Regionen.
Die Thüringer Freilichtmuseen stehen damit vor einer ambivalenten Saison: Einerseits locken neue Ausstellungen, Feste und verbesserte Verkehrsanbindungen, andererseits könnte der drastische Preisanstieg an den Tankstellen viele Besucher fernhalten. Die kommenden Monate werden zeigen, wie die ländlichen Attraktionen mit den Herausforderungen einer unsicheren Wirtschaftslage umgehen – zwischen Tradition und der Notwendigkeit, sich anzupassen.






