Aiwanger zweifelt den Nutzen von Söders Mini-Kernreaktoren an - Söder und Aiwanger liefern sich Machtkampf um Bayerns Energiezukunft
In Bayern ist ein Streit über die Energiepolitik zwischen Ministerpräsident Markus Söder und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger entbrannt. Söder wirbt für den Einsatz kleiner modularer Reaktoren (SMR) als Lösung für den Strombedarf der Region. Aiwanger hingegen hält die Idee kurzfristig für unrealistisch.
Erst kürzlich kündigte Söder Pläne an, in Bayern einen Pilot-SMR zu errichten, und präsentierte dies als Weg, um die künftige Energieversorgung zu sichern. Auch die EU-Kommission fördert die Technologie mit 200 Millionen Euro. Doch Aiwanger bleibt skeptisch: Weder Bayern noch Deutschland verfügten seiner Ansicht nach über das nötige Know-how, um SMRs innerhalb des nächsten Jahrzehnts zu entwickeln.
Stattdessen drängt er die Bundesregierung, sich auf sofort umsetzbare Lösungen zu konzentrieren. Aiwanger forderte den zügigen Bau von Gaskraftwerken – auch in Bayern –, um die Stabilität des Stromnetzes zu gewährleisten. Zwar lehnt er Kernenergie grundsätzlich nicht ab, warnte jedoch, dass die aktuellen Debatten in der Öffentlichkeit Verunsicherung schürten.
Kritik übte er auch an Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche, der er vorwirft, die Energiepolitik durch neue Themen zusätzlich zu verkomplizieren, ohne die bestehenden Probleme zu lösen. Aiwanger betonte, dass der Fokus derzeit auf Gaskraftwerken und nicht auf unausgereiften Atomprojekten liegen müsse.
Während die EU und Deutschland die SMR-Initiativen vorantreiben, gibt es keine konkreten Angaben dazu, in welchen Ländern oder Unternehmen die Technologie bereits im großen Stil erfolgreich eingesetzt wird. Zudem bleiben technische und regulatorische Hürden in der öffentlichen Diskussion weitgehend unberücksichtigt.
Aiwangers Haltung unterstreicht die Spaltung innerhalb der bayerischen Führung bei der Frage, wie die Energiesicherheit zu gewährleisten ist. Sein Plädoyer für Gaskraftwerke steht im Kontrast zu Söders langfristigen Atomplänen. Vorerst bleibt die Debatte ohne klare Lösung für die unmittelbare Energie-strategie der Region.