24 April 2026, 22:15

Pflegekosten der Eltern: Wann Kinder mit über 100.000 Euro Jahreseinkommen zahlen müssen

Alter Mann im Bett liegend, zugedeckt mit einer roten Decke, umgeben von Kissen und einem Bettlaken, mit Text unten lesend "Wer sagte Heimregel?"

Reichtum schützen: Wie man Omas Haus vor dem Verkauf bewahren kann (stern+) - Pflegekosten der Eltern: Wann Kinder mit über 100.000 Euro Jahreseinkommen zahlen müssen

In Deutschland können erwachsene Kinder unerwartete Rechnungen für die Pflegekosten ihrer Eltern erhalten. Die Regelung greift, wenn ihr Jahreseinkommen 100.000 Euro übersteigt. Strenge Auflagen begrenzen jedoch, wann und in welcher Höhe sie zahlen müssen.

Ein gängiger Trick, um diese Kosten zu umgehen – die Übertragung von Vermögen auf die Kinder –, kann nach hinten losgehen. Der Staat kann solche Schenkungen bis zu zehn Jahre rückwirkend zurückfordern, wenn Pflegegebühren offen bleiben. Nach deutschem Recht werden Kinder erst dann zur Kasse gebeten, wenn alle anderen Mittel aufgebraucht sind. Zunächst müssen das Pflegegeld des Staates und die Rente der Eltern eingesetzt werden. Erst danach dürfen die Behörden auf das Einkommen der Kinder zugreifen.

Selbst dann trifft die Haftung nur diejenigen, die mehr als 100.000 Euro jährlich verdienen. Zudem schützt eine "Schongrenze" 10.000 Euro des verbleibenden Vermögens der Eltern vor dem Zugriff.

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Manche Familien versuchen, ihr Vermögen durch frühzeitige Übertragung von Immobilien auf die Kinder abzusichern. Doch diese Strategie birgt Risiken. Falls innerhalb von zehn Jahren nach der Schenkung Pflegekosten anfallen, kann der Staat die Rückübertragung der Immobilie verlangen. Ein rechtlicher Ausweg besteht darin, sich ein Nießbrauchrecht vorzubehalten. Dadurch dürfen Eltern weiterhin in der Immobilie wohnen oder Mieteinnahmen behalten – selbst nach der Übertragung.

Ohne solche Absicherungen könnte eine plötzliche Pflegerechnung die Kinder zwingen, die geschenkte Immobilie zu verkaufen – oder die Kosten selbst zu tragen. Die Vorschriften sollen familiäre Unterstützung und öffentliche Finanzierung in Einklang bringen. Gutverdiener können zwar weiterhin in Anspruch genommen werden, aber erst, wenn alle anderen Mittel erschöpft sind. Wer über Vermögensübertragungen nachdenkt, sollte sorgfältig planen, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Quelle