Neuköllns Bildungsstadträtin gerät wegen Instagram-Likes in politische Kritik
Pierre BaumNeuköllns Bildungsstadträtin gerät wegen Instagram-Likes in politische Kritik
Neuköllns Bildungsstadträtin Janine Wolter gerät wegen Instagram-Aktivitäten in die Kritik. Die Kontroverse dreht sich um Beiträge, die sie von einem politischen Influencer geliked oder geteilt hat, der für einseitige Israel-Kritik bekannt ist. Der Vorfall hat Debatten in der lokalen Politik ausgelöst und zu offiziellen Konsequenzen geführt.
Auslöser des Streits waren Wolters Interaktionen mit Instagram-Posts aus dem Herbst 2025, darunter Kommentare zur Abfangaktion der israelischen Marine gegen die Global Sumud Flotilla. Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel reagierte mit einem offiziellen Verweis, in dem er ihr mangelnde Mäßigung, Zurückhaltung und Neutralität vorwarf.
Die CDU-Fraktion Neukölln brachte die Angelegenheit daraufhin zur Sprache und reichte eine offizielle Anfrage ein. Dies führte zu einer Überprüfung von Wolters Social-Media-Aktivitäten. Unter Druck gab sie an, die Inhalte des Influencers nicht genau geprüft zu haben, und kündigte an, dessen Beiträge künftig nicht mehr zu teilen.
Hikel hatte zuvor bekannt gegeben, wegen fehlender Rückendeckung in der eigenen Partei nicht erneut kandidieren zu wollen. Trotz der Kritik schlug der SPD-Vorstand Neukölln Wolter als seine Nachfolgerin vor – eine Personalie, die später auf einem Parteitag bestätigt wurde.
Wolters Nominierung als Hikels Nachfolgerin bleibt damit bestehen. Der Verweis und die öffentliche Diskussion unterstreichen, wie stark das Verhalten in sozialen Medien inzwischen auch in politischen Ämtern unter die Lupe genommen wird. Die SPD signalisiert mit ihrer Entscheidung weiterhin Unterstützung für Wolter – trotz der vorgebrachten Vorwürfe.
