17 March 2026, 00:17

Münchner Brandanschläge: 32-Jähriger wegen Sabotage an Infrastruktur angeklagt

Eine Gruppe von Menschen steht vor einem brennenden Gebäude mit dicken Rauchwolken, unter dem Text 'Die Verwüstungen, die durch die Brandstifter von London beim Abfackeln des neuen Newgate-Gefängnisses verursacht wurden'.

Münchner Brandanschläge: 32-Jähriger wegen Sabotage an Infrastruktur angeklagt

Ein 32-jähriger Mann steht unter dem Verdacht, in München zwei Brandanschläge verübt und einen weiteren versuchten Anschlag begangen zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat nun Anklage erhoben und bringt die Taten mit einer größeren Welle von Sabotageakten gegen kritische Infrastruktur in Verbindung. Der Fall wird demnächst vor dem Landgericht München I verhandelt, wo über die Eröffnung eines Hauptverfahrens entschieden wird.

Der erste Vorfall soll sich im Juli 2024 ereignet haben, als der Beschuldigte einem Bauzug in Oberhaching bei München mutmaßlich Feuer legte. Zwei Monate später soll er auf einem Firmengelände im Münchner Norden Baumaschinen in Brand gesteckt und dabei einen Schaden von geschätzten einer Million Euro verursacht haben. Ein weiterer Versuch, ein Windrad in Berg niederzubrennen, scheiterte.

Ermittler der Sonderkommission Raute beim Polizeipräsidium München haben seit August 2023 Dutzende ähnliche Angriffe dokumentiert. Dazu zählen Brände an Funkmasten, Bahnanlagen und Polizeifahrzeugen im Großraum München. Die Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) in Bayern übernahm die Ermittlungen, da ein politisch motivierter extremistischer Hintergrund vermutet wird.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann nicht nur Brandstiftung vor, sondern auch die Verherrlichung solcher Taten in Texten, die über ein anarchistisches Portal veröffentlicht wurden. Die Anklage umfasst mehrere Straftatbestände, darunter die Zerstörung von Baumaschinen sowie mögliche Verbindungen zu übergeordneten Sabotagekampagnen.

Das Landgericht München I muss nun die Beweislage prüfen, bevor es über die Zulassung der Anklage entscheidet. Bei einer Verurteilung drohen dem Beschuldigten Strafen wegen Brandstiftung, Sachbeschädigung und extremistischer Straftaten. Die Behörden ermitteln weiterhin, ob die Vorfälle Teil eines größeren Musters von Infrastrukturangriffen in der Region sind.

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