Massenrücktritt im Mittelstandsverband: Warum die Führung in Hof aufgibt
Klaus-Dieter PohlMassenrücktritt im Mittelstandsverband: Warum die Führung in Hof aufgibt
Der gesamte Vorstand des Mittelstandsverbands im bayerischen Landkreis Hof ist zurückgetreten. Die Entscheidung folgt auf wachsende Frustration über die Rentenpolitik, bürokratische Hürden und die Energiekosten. Die Vorstandsmitglieder hatten das Gefühl, dass ihr Einfluss innerhalb der Organisation zunehmend bedeutungslos geworden war.
Cornelia und Yvonne Jeschek, Doris Wirth-Narr, Claus Hofmann und Sascha Rödel legten alle ihre Ämter nieder. Sie begründeten ihren Schritt mit mangelnder Vertretung der Unternehmerinteressen und einem Verlust an Glaubwürdigkeit demokratischer Prozesse. Entscheidungen seien oft vorgegeben gewesen, ohne dass kleine und mittlere Unternehmen angemessen einbezogen wurden.
Die Kritik beschränkte sich nicht auf die lokale Ebene. Auch auf regionaler und Landesebene habe das Engagement für die Belange des Mittelstands nachgelassen. Michael Kretzer, ehemaliger stellvertretender Vorsitzender des Mittelstandsverbands in Oberfranken und Vorsitzender der Hof-Geschäftsstelle, trat sowohl aus der Organisation als auch aus der CSU aus. Er warf der Partei vor, sich zunehmend von ihren Mitgliedern und den wirtschaftlichen Realitäten zu entfernen.
Die Rücktritte unterstreichen die Unzufriedenheit mit der Ausrichtung des Mittelstandsverbands. Unternehmer fühlen sich nicht mehr gehört. Die Organisation steht nun vor einem Führungsvakuum im Landkreis Hof.
