Länder fordern EU-weite Stopp für Patente auf neues Saatgut und Pflanzen
Pierre BaumLänder fordern EU-weite Stopp für Patente auf neues Saatgut und Pflanzen
Die Agrarminister der deutschen Bundesländer haben sich für ein Verbot von Patenten auf Saatgut und Pflanzen ausgesprochen, die mit neuen Züchtungstechnologien (NBT) entwickelt wurden. Die Entscheidung erhöht den Druck auf die EU und die Bundesregierung, die geltenden Gesetze zu überarbeiten. Landwirte und Politiker argumentieren, dass Patente den Zugang kleiner Züchter zu essenziellen Saatgutsorten gefährden.
Der Schritt folgt einer langen Debatte über Patentregeln für NBT wie CRISPR. 2018 hatte die Europäische Kommission vorgeschlagen, solche Saatgüter von Patenten auszunehmen – gestützt auf die Richtlinie 98/44/EG. Doch bis 2024 verschärfte das Europäische Parlament seine Haltung und forderte ein generelles Verbot von Patenten auf Pflanzen, die mit neuen genomischen Techniken erzeugt werden.
Eine aktuelle Studie der Europäischen Kommission warnte vor negativen Folgen, falls die Patente bestehen bleiben. Der Deutsche Bauernverband (DBV) begrüßte den Beschluss der Minister als klares Signal an Brüssel. Die Länderagrarminister betonen jedoch, dass ein vollständiges Verbot und eine Züchterausnahme nur durch eine Änderung der EU-Biopatentrichtlinie durchsetzbar seien.
Das Europäische Parlament und der Rat werden bald über einen im Trilog ausgehandelten Kompromiss für das neue Gentechnik-Gesetz abstimmen. Abgeordnete haben bereits Änderungen vorgeschlagen, um Saatgutpatente einzuschränken. Stand März 2026 gibt es jedoch noch keine endgültige Einigung – die Frage bleibt damit ungelöst.
Ziel des Patentverbots ist es, kleine und mittlere Züchter vor hohen Kosten und eingeschränktem Zugang zu schützen. Die Länderminister fordern die EU nun auf, im anstehenden Votum eine Züchterausnahme zu verankern. Ohne Anpassungen der Biopatentrichtlinie könnten ihre Forderungen jedoch unerfüllt bleiben.






