Kai Wegners Schicksal hängt an 100 entscheidenden Tagen bis zur Berliner Wahl
Klaus-Dieter PohlKai Wegners Schicksal hängt an 100 entscheidenden Tagen bis zur Berliner Wahl
Kai Wegners Amtszeit als regierender Bürgermeister Berlins könnte in 100 Tagen enden. Die Landtagswahl am 20. September wird über seine politische Zukunft entscheiden. Seine Amtszeit war von Kritik geprägt – etwa wegen des Stromausfalls, der winterlichen Glättegefahr und eines Subventionsskandals.
Wegner übernahm das Amt des regierenden Bürgermeisters nach der Wahl 2023. Seine Partei, die CDU, erreichte damals 28,2 Prozent der Stimmen, während die SPD auf 18,4 Prozent kam. Der Sieg überraschte viele, darunter auch SPD-Landeschef Raed Saleh, der Wegners Chancen zuvor als gering eingestuft hatte.
Die CDU bestätigte Wegner auf einem Landesparteitag am Dienstag als Spitzenkandidaten. Er rief seine Anhänger dazu auf, sich nicht auf aktuelle Umfragen zu verlassen, und verwies auf seinen unerwarteten Sieg im Februar 2023. Doch die jüngsten Erhebungen deuten nicht auf eine Wiederholung dieses Erfolgs hin.
Selbst wenn die CDU nach der Wahl nicht an einer Regierungsbildung beteiligt wäre, bliebe Wegner vorerst als geschäftsführender Bürgermeister im Amt. Ein neuer Regierungschef würde erst nach der Abstimmung gewählt. Bei einer Niederlage stünde zudem sein Posten als CDU-Landesvorsitzender in Berlin zur Disposition.
Die nächsten 100 Tage werden über Wegners politische Laufbahn entscheiden. Eine Niederlage im September würde vermutlich das Ende seiner Führung in Rathaus und Partei bedeuten. Bis dahin bleibt er – unabhängig vom Wahlergebnis – im Amt.






