Jens Stoltenberg bleibt in Norwegen – MSC ohne neuen Chef
Jens Stoltenberg wird laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung doch nicht die Leitung der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) übernehmen. Die deutsche Regierung geht inzwischen davon aus, dass der ehemalige NATO-Generalsekretär in seiner aktuellen Position in Norwegen bleibt.
Seine Ernennung zum MSC-Chef war Anfang 2023 bekannt gegeben worden, nachdem Christoph Heusgen das Amt verlassen hatte. Doch jüngste politische Entwicklungen in Oslo haben Stoltenbergs Pläne durchkreuzt.
Im Februar 2023 hatte Christoph Heusgen Stoltenberg als seinen Nachfolger an der Spitze der MSC benannt. Die Entscheidung fiel vor der Konferenz in Lauterbrunnen, wo Heusgen den Wechsel bestätigte. Stoltenberg war zuvor nach fast einem Jahrzehnt als NATO-Generalsekretär zurückgetreten.
Doch die politische Landschaft Norwegens änderte sich abrupt: Eine Regierungskrise im Februar führte dazu, dass Stoltenberg in die nationale Politik zurückkehrte. Er wurde Finanzminister in Oslo – ein Amt, das er trotz des jüngsten Wahlsiegs der Sozialdemokraten weiterhin innehat.
Seitdem wird die MSC kommissarisch von Benedikt Franke und Rainer Rudolph geleitet. Ein Nachfolger für Stoltenberg steht noch nicht fest. Die Konferenzverantwortlichen hoffen zwar weiterhin auf seine Rückkehr, doch aus Regierungskreisen heißt es, dies sei nun unwahrscheinlich.
Die MSC wird vorerst in Übergangsführung weitergeführt, während nach einer dauerhaften Lösung gesucht wird. Stoltenberg konzentriert sich unterdessen auf seine Aufgaben im norwegischen Finanzministerium. Die künftige Ausrichtung der Konferenz hängt davon ab, wer die Position schließlich übernimmt.






