Bayerns politische Landschaft im Umbruch: CSU schwächelt, AfD legt kräftig zu
Pierre BaumBayerns politische Landschaft im Umbruch: CSU schwächelt, AfD legt kräftig zu
Aktuelle Umfragen in Bayern zeigen verschobene politische Kräfteverhältnisse vor den Kommunalwahlen 2026. Die CSU bleibt zwar stärkste Kraft, doch ihre Koalition mit den Freien Wählern verliert an Zustimmung. Gleichzeitig verzeichnet die AfD einen deutlichen Zuwachs und prägt damit die politische Landschaft des Freistaats neu.
Die jüngsten Zahlen offenbaren auch die Schwierigkeiten kleinerer Parteien: FDP und BSW kommen nicht vom Fleck. Die Linke hingegen hat erstmals seit Jahren Aussicht, wieder in den Landtag einzuziehen.
Die von Markus Söder geführte CSU liegt derzeit bei 39 Prozent – zwei Punkte über ihrem Ergebnis bei der Landtagswahl 2023. Dennoch hat ihr Bündnis mit den Freien Wählern an Rückhalt verloren. Gemeinsam kommen sie nur noch auf 50 Prozent, nach 52,8 Prozent bei der letzten Wahl.
Die Freien Wähler unter Hubert Aiwanger fallen auf 11 Prozent zurück, fast fünf Punkte weniger als bei der Wahl. Die SPD stagniert bei 7 Prozent und bleibt damit sogar unter ihrem bereits schwachen Ergebnis von 8,4 Prozent aus dem Jahr 2023. Die Grünen rutschen auf 11 Prozent ab, nach zuvor 14,4 Prozent.
Die AfD legt dagegen kräftig zu und erreicht nun 19 Prozent – ein deutlicher Sprung gegenüber den 14,6 Prozent bei der letzten Wahl. Dieser Trend spiegelt sich auch in Baden-Württemberg wider, wo die Partei ebenfalls bei rund 19 Prozent liegt – fast doppelt so viel wie in der Vergangenheit – und in einigen Regionen mit bis zu 40 Prozent sogar führt. Die Linke klettert unterdessen auf 4 Prozent, übertrifft damit ihr Ergebnis von 1,5 Prozent aus dem Jahr 2023 und nähert sich der Fünf-Prozent-Hürde für den Einzug in den Landtag.
Sowohl FDP als auch BSW verharren bei nur 2 Prozent und verfehlen damit klar die für den Landtagseinzug notwendigen 5 Prozent. Kommunale Wahlergebnisse – etwa in Miltenberg mit 51,2 Prozent für die CSU oder in Freyung-Grafenau mit 89,1 Prozent – zeigen zwar die anhaltende Dominanz der Partei in einigen Regionen. Doch der Aufstieg der AfD erschwert die Regierungsbildung und macht traditionelle Koalitionen zwischen CSU, Grünen oder SPD trotz deren geschwächter Position wahrscheinlicher.
Die CSU bleibt zwar vorn, sieht sich aber einem zersplitterten Parteiensystem gegenüber. Die Gewinne der AfD verringern die Chancen auf bürgerliche Bündnisse mit der Partei und lassen der CSU nur begrenzte Optionen. Mit den Grünen bei 11 Prozent und der SPD in einigen Regionen auf einem historischen Tiefstand von 5,5 Prozent könnten künftige Koalitionen auf wackelige Mehrheiten angewiesen sein.
Die mögliche Rückkehr der Linken in den Landtag bringt eine weitere Unbekannte ins Spiel, während FDP und BSW weiterhin ohne Einfluss bleiben. Diese Verschiebungen bereiten den Boden für ein unberechenbareres politisches Klima bei den anstehenden Wahlen in Bayern.






