29 March 2026, 14:21

Holzindustrie in Deutschland kämpft mit Rekordpreisen und massivem Engpass bis 2026

Schwarzes und weißes Foto einer Sägewerk in einem bewaldeten Gebiet mit verstreuten Holzstämmen und Bäumen im Hintergrund.

Holzindustrie in Deutschland kämpft mit Rekordpreisen und massivem Engpass bis 2026

Deutschlands Holzindustrie steht vor einem dramatischen Engpass – Preise auf 35-Jahres-Hoch

Die deutsche Holzbranche kämpft mit einer massiven Versorgungslücke, die die Preise auf das höchste Niveau seit 35 Jahren treibt. Sägewerke in den südlichen Regionen melden leere Lagerplätze, während Waldbesitzer aufgrund schrumpfender Bestände Mühe haben, bestehende Verträge zu erfüllen. Branchenvertreter warnen nun vor einer existenzbedrohenden Krise ab Anfang 2026, falls nicht schnell gehandelt wird.

Die Knappheit hat den Preis für Fichtenstammholz in vielen Gebieten auf über 130 Euro pro Kubikmeter getrieben. Auch Kiefernholz ist deutlich teurer geworden und kostet zwischen 95 und 110 Euro pro Kubikmeter. Angesichts der enormen Nachfrageüberhänge akzeptieren Sägewerke drastische Preiserhöhungen – bei manchen jüngsten Verträgen wurden für standardmäßiges Fichtenholz sogar mehr als 133 Euro pro Kubikmeter gezahlt.

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Bisher stützte sich die Branche stark auf sogenanntes Schadholz – also Holz aus Sturm- oder Schädlingsbefall –, doch selbst diese Quelle versiegt zunehmend. Waldbesitzer, die erstmals seit langem wieder eine stärkere Verhandlungsposition haben, zögern, zu niedrigeren Preisen zu verkaufen. Gleichzeitig zeigt sich in Österreich ein ähnliches Bild: Dort stiegen die Preise für Fichtensägestammholz bis Anfang 2026 auf 110 Euro pro Kubikmeter, nach einem Anstieg seit Mitte 2025. Auch die Kiefernpreise zogen dort nach, wobei regionale Unterschiede bestehen – etwa ein Plus von 6 Prozent in Norddeutschland im Vergleich zu den österreichweiten Steigerungen.

Handelsdaten bleiben begrenzt, was direkte Vergleiche erschwert. Doch das Gesamtbild ist eindeutig: Das Angebot ist kritisch niedrig, und Käufer zahlen so viel wie nie zuvor, um an Holz zu kommen.

Der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie gibt eine dringende Warnung aus: Ohne eine deutliche Steigerung der Holzeinschläge droht der Sektor bis Anfang 2026 zusammenzubrechen. Sägewerke arbeiten die letzten Reserven auf, während die Rekordpreise keine Anzeichen einer Entspannung zeigen. Die Krise hängt nun davon ab, ob Waldbesitzer die Produktion hochfahren können – oder ob die Branche bleibende Schäden erleidet.

Quelle