21 March 2026, 02:18

HKW in Berlin: Boykott nach Chefket-Konzertabsage erschüttert Kulturszene

Schwarzes und weißes architectural drawing of the Reichshallen Theater in Berlin, showing the auditorium with rows of chairs, pillars, and ceiling, with text at the bottom.

HKW in Berlin: Boykott nach Chefket-Konzertabsage erschüttert Kulturszene

Das Haus der Kulturen der Welt (HKW) in Berlin steht im Mittelpunkt einer schweren Kontroverse. Die Absage eines Konzerts des Rappers Chefket hat eine Welle der Empörung ausgelöst und den Ruf der Institution nachhaltig beschädigt. Der Streit hat sogar prominente Persönlichkeiten einbezogen und einen Boykott weiterer deutscher Künstler zur Folge.

2023 übernahm der kamerunische Kurator Bonaventure Soh Bejeng Ndikung die Leitung des HKW als Intendant – damit wurde das Haus zur ersten großen deutschen Kultureinrichtung, die vollständig von People of Color geführt wird. Sein als "postkolonial" beschriebenes Programm stieß in Teilen der deutschen Kulturszene auf Kritik. Trotz seiner prominenten Lage in der Nähe des Bundeskanzleramts wurde das HKW von der Bundespolitik lange vernachlässigt.

Der aktuelle Eklat begann, als dem schwäbischen Rapper Chefket – vom Goethe-Institut einst als "Rap-Botschafter" bezeichnet – sein geplantes Konzert im HKW abgesagt wurde. Den Ausschlag gab der Druck von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, nachdem Chefket bei einem Auftritt ein T-Shirt mit der Aufschrift "Palästina" getragen hatte. Das Kleidungsstück zeigte arabische Kalligrafie und eine Umrisskarte Israels und wurde am Jahrestag eines Hamas-Angriffs präsentiert. Die Absage löste scharfe Kritik aus; viele werfen dem HKW vor, deutsche Rapper könnten den Nahostkonflikt ohnehin nicht lösen.

Aus Solidarität mit Chefket sagten daraufhin sämtliche anderen deutschen Künstler, die im HKW auftreten sollten, ihre Auftritte ab. Die Folgen des Streits überlagern mittlerweile andere Veranstaltungen – darunter ein kürzlich stattfindendes Konzert des haitianischen Saxophonisten Jowee Omicil sowie eine anstehende Ausstellung des TV-Satirikers Jan Böhmermann mit dem Titel "Die Möglichkeit des Unvernünftigen". Der internationale Ruf des HKW, einst gestärkt durch globale Künstler, ist nun schwer erschüttert.

Das Haus ringt nun mit den Konsequenzen seiner Entscheidung. Ohne deutsche Künstler, die bereit sind aufzutreten, bleibt die zukünftige Programmgestaltung ungewiss. Die Debatte hat zudem erneut Fragen nach politischem Einfluss auf Kultureinrichtungen und den Grenzen künstlerischer Freiheit aufgeworfen.

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