Großübung in Dachau testet Krisenreaktion auf hybriden Angriff
Großangelegte Notfallübung auf dem Gelände der bayerischen Bereitschaftspolizei in Dachau
Diese Woche fand auf dem Übungsgelände der bayerischen Bereitschaftspolizei in Dachau eine groß angelegte Krisenübung statt. Das Szenario simulierte einen gewaltsamen Angriff auf ein Rüstungs- und Technologie-Start-up. Über 300 Einsatzkräfte aus Polizei, Militär und Rettungsdiensten waren beteiligt. Behördenvertreter bezeichneten die Übung als entscheidenden Test für die Zusammenarbeit zwischen zivilen und militärischen Kräften in einem worst-case-Szenario.
Im Verlauf der Übung wurde zunächst ein Konvoi der Bundeswehr blockiert, bevor es zu einem Angriff auf ein Drohnen-Start-up und einer Geiselnahme kam. Neben Berufsfeuerwehren, Rettungssanitätern und Einheiten der Bereitschaftspolizei war auch das Spezialeinsatzkommando (SEK) im Einsatz. Als Höhepunkt der Übung führte das SEK eine spektakuläre Festnahme des simulierten Angreifers durch.
Im Mittelpunkt stand die Koordination zwischen den verschiedenen Einheiten. Innenminister Joachim Herrmann verfolgte die Übung vor Ort und betonte die Bedeutung der Vorbereitung auf hybride Kriegsführung, bei der die Grenzen zwischen militärischen und zivilen Zielen zunehmend verschwimmen. Die Übung unterstrich zudem die Notwendigkeit einer reibungslosen Zusammenarbeit zwischen zivilen und militärischen Stellen – besonders vor dem Hintergrund eines Vorfalls in Erding, bei dem ein realer Angriff fälschlicherweise als Übung eingestuft worden war.
Bis Montag wurde die Übung ohne Zwischenfälle abgeschlossen. Neben Polizei und Feuerwehr waren auch die Bundeswehr und die Feldjäger beteiligt. Die Bewertung fiel positiv aus: Die Einsatzkräfte zeigten eine effektive Zusammenarbeit unter Druck.
Die Dachauer Übung diente als praxisnaher Test der Notfallpläne. Sie bestätigte die Dringlichkeit gemeinsamer Ausbildungsmaßnahmen für zivile und militärische Einheiten. Zwar kündigten die Behörden seit dem Vorfall in Erding keine konkreten Änderungen an, doch die Übung machte deutlich, wie wichtig Wachsamkeit und abgestimmtes Handeln weiterhin sind.






