Großrazzia bei Sicherheitsfirma wegen Millionenbetrugs mit Staatsgeldern
Pierre BaumGroßrazzia bei Sicherheitsfirma wegen Millionenbetrugs mit Staatsgeldern
Zollfahnder haben bundesweit Räumlichkeiten eines Sicherheitsunternehmens wegen des Verdachts auf Missbrauch von Staatsgeldern durchsucht. Rund 130 Beamte unter der Leitung des Hauptzollamts Schweinfurt führten die Durchsuchungen in Bayern und Nordrhein-Westfalen durch. Der geschätzte Schaden beläuft sich auf einen siebenstelligen Betrag.
Das Hauptzollamt Schweinfurt leitete die Aktion im Auftrag der Staatsanwaltschaft Würzburg ein. Einsatzteams durchsuchten Wohn- und Geschäftsräume, insbesondere in der Region Würzburg und im Ruhrgebiet.
Bei den Razzien beschlagnahmten die Beamten umfangreiches Beweismaterial, darunter Geschäftsunterlagen, elektronische Datenträger, Smartphones und Laptops. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, über Jahre hinweg unrechtmäßig Fördergelder für Ausbildungsmaßnahmen von der Bundesagentur für Arbeit kassiert zu haben.
Den Ermittlungen zufolge erhielt das Unternehmen sowohl Kursgebühren als auch öffentliche Zuschüsse für Schulungen – die Mitarbeiter wurden jedoch nicht im geförderten Umfang für die Weiterbildungen freigestellt. Spezialisten für digitale Forensik werden nun die sichergestellten Unterlagen auswerten.
Das Hauptzollamt Schweinfurt und die Staatsanwaltschaft Würzburg bestätigten die Aktion gemeinsam. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft, Benedikt Danz, mitteilte, werde die Auswertung der Beweise einige Zeit in Anspruch nehmen. Bei den Durchsuchungen wurden Dokumente und digitale Geräte sichergestellt, die nun weiter untersucht werden. Die Behörden werden das volle Ausmaß des mutmaßlichen Missbrauchs von Staatsmitteln klären. Die Ermittlungen dauern an.
