Grid Parity AG meldet Insolvenz an – Solarbranche in der Krise
Grid Parity AG, Spezialist für urbane Solarlösungen und Agri-Photovoltaik, meldet Insolvenz an
Die Grid Parity AG hat beim Amtsgericht München Insolvenz angemeldet. Das auf städtische Solarlösungen und Agri-Photovoltaik spezialisierte Unternehmen sah sich zu diesem Schritt am 24. Oktober gezwungen, nachdem es nicht gelungen war, ausreichend Investorensupport zu sichern. Der Geschäftsbetrieb wird vorerst fortgeführt, während die vorläufige Verwaltung nach einer Lösung sucht.
Das Unternehmen hatte mit verschärften Marktbedingungen zu kämpfen, nachdem sich die staatliche Förderungspolitik geändert hatte. Ein durchgesickerter Entwurf des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) 2027 zeigte Pläne auf, die Einspeisevergütung für kleine Photovoltaikanlagen ab 2027 abzuschaffen. Diese Neuregelung begünstigt großflächige Freiflächenprojekte und macht kleinere Anlagen wirtschaftlich weniger attraktiv.
Zudem gab es Verzögerungen bei der Genehmigung von Staatshilfen für das "Solarpaket 1", woraufhin Banken ihre Finanzierungszusagen zurückzogen. Trotz der Vorstellung des "Agri-Photovoltaik-Jahrbuchs 2025" auf der Intersolar Europe im Mai – das Hundertfache Anfragen auslöste – gelang es dem Unternehmen nicht, die Finanzierungslücke rechtzeitig zu schließen.
Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Stefan Strüwind von Lecon Insolvenzverwaltung bestellt. Ziel des Verfahrens ist es, neue Investoren oder Partner zu gewinnen, die das Unternehmen übernehmen oder seine Fortführung sichern könnten.
Die Insolvenzanmeldung ermöglicht es Grid Parity, den Geschäftsbetrieb während der Restrukturierungsphase aufrechtzuerhalten. Die Zukunft des Unternehmens hängt nun davon ab, ob sich frisches Kapital oder ein strategischer Käufer findet. Bis dahin laufen die urbanen Solar- und Agri-Photovoltaik-Projekte unter Verwaltung weiter.






