Finanzskandal im Bistum Eichstätt: Ex-Bischof Hanke tritt nach riskanten US-Immobiliengeschäften zurück
Ilja Rust"Skandal in der Diözese" - Ehemaliger Bischof gibt im Prozess zu Protokoll - Finanzskandal im Bistum Eichstätt: Ex-Bischof Hanke tritt nach riskanten US-Immobiliengeschäften zurück
Das Bistum Eichstätt wird von einem Finanzskandal erschüttert, der riskante Investitionen und Bestechungsvorwürfe umfasst. Der ehemalige Bischof Gregor Maria Hanke trat nach 18 Amtsjahren zurück, nachdem bekannt wurde, dass unter seiner Führung spekulative US-Immobiliengeschäfte im Wert von 60 Millionen Dollar sowie fragwürdige Transaktionen getätigt worden waren.
Der Skandal kam ans Licht, als Wirtschaftsprüfer und eine Kanzlei nicht autorisierte Investitionen des Bistums aufdeckten. Bischof Hanke gab zu, von den umstrittenen Geschäften erst durch die Enthüllungen erfahren zu haben. Später räumte er ein, dass die finanzielle Aufsicht während seiner Amtszeit zu lasch gewesen sei und so "blinde Flecken" entstanden seien.
Die Ermittlungen ergaben, dass das Bistum zwischen 2019 und 2023 rund 16,7 Millionen Euro in spekulative US-Immobilienfonds gesteckt hatte. Die Staatsanwaltschaft prüfte zudem über 20 Millionen Euro an verdächtigen Überweisungen, darunter Kredite an Beteiligte. Die Finanzmisswirtschaft löste im Bistum weitreichende Verwerfungen aus.
Bischof Hanke gestand, dem Finanzreferat zu viel Eigenständigkeit eingeräumt zu haben. Zudem kritisierte er den überbesetzten Vermögensverwaltungsrat des Bistums, in dem zu viele interne Mitglieder saßen, was eine wirksame Kontrolle schwächte. Gegen einen Immobilienentwickler wird nun wegen Untreue und Bestechung ermittelt, während dem ehemaligen stellvertretenden Finanzdirektor Untreue und Bestechlichkeit vorgeworfen wird.
Die Investitionen verstießen gegen bestehende Richtlinien, da sie ein weit höheres Risiko aufwiesen als erlaubt. Bischof Hanke übernahm die Verantwortung für die Versäumnisse und erklärte, das System sei nicht robust genug gewesen, um solches Fehlverhalten zu verhindern.
Der Skandal hat dem Bistum Eichstätt schwere finanzielle und reputative Schäden zugefügt. Gegen die Beschuldigten laufen derzeit juristische Verfahren, während das Bistum die systemischen Mängel beheben muss, die die Misswirtschaft erst ermöglichten. Mit Hankes Rücktritt endet eine 18-jährige Amtszeit, die von den Folgen dieser Ereignisse überschattet wurde.






