Finanzaffäre in Berlin: Kultursenatorin Wedl-Wilson tritt nach Fördergeld-Skandal zurück
Pierre BaumFinanzaffäre in Berlin: Kultursenatorin Wedl-Wilson tritt nach Fördergeld-Skandal zurück
Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson trat am Freitag nach einem kritischen Prüfbericht zurück. Der Rücktritt erfolgte, nachdem bekannt wurde, dass unrechtmäßig Genehmigungen für Fördergelder in Höhe von 2,6 Millionen Euro erteilt worden waren. Stefan Evers, der amtierende Finanzsenator, übernimmt nun kommissarisch ihr Amt bis zu den Landtagswahlen im September 2024.
Die Affäre begann, als der Berliner Rechnungshof aufdeckte, dass Wedl-Wilsons Behörde 2,6 Millionen Euro für 13 Projekte zur Bekämpfung von Antisemitismus widerrechtlich bewilligt hatte. Die Enthüllungen führten zu ihrem sofortigen Rücktritt.
Ursprünglich galt Thomas Heilmann (CDU) als Favorit für die Nachfolge im Kulturressort. Doch die CDU-Bezirksvorsitzenden entschieden sich stattdessen für Stefan Evers, der bereits das Finanzressort leitet. Die Entscheidung fiel in einer Sitzung, an der auch Berlins Regierender Bürgermeister und CDU-Landesvorsitzender Kai Wegner teilnahm.
Evers, der derzeit die Haushaltsverhandlungen für die Hauptstadt führt, wird nun beide Ressorts bis zu den Wahlen im September leiten. Seine vorübergehende Doppelfunktion soll die Verwaltung in der Übergangsphase stabilisieren.
Der Wechsel an der Spitze folgt auf die Finanzaffäre, die Wedl-Wilsons Rückzug auslöste. Evers wird Finanzen und Kultur bis zur Landtagswahl im September verwalten – ein Schritt, der Kontinuität sichern soll, während sich die Stadt auf die Abstimmung vorbereitet.






