Edi Geyer: Oberstdorfs legendärer Bürgermeister und sein unvergessenes Verkehrserbe
Pierre BaumEdi Geyer: Oberstdorfs legendärer Bürgermeister und sein unvergessenes Verkehrserbe
Edi Geyer, Oberstdorfs dienstältester Bürgermeister, hinterließ bis zu seinem Tod 2022 mit 86 Jahren unauslöschliche Spuren in der Gemeinde. Fast drei Jahrzehnte lang prägte er mit mutigen Ideen die lokale Politik und den Verkehr. Noch heute wünschen sich manche Einwohner, er möge zurückkehren, um das Ruder wieder in die Hand zu nehmen.
1973 wurde Geyer erstmals zum Bürgermeister gewählt – getragen von einer ungewöhnlichen Allianz aus Freien Wählern und der SPD, obwohl er selbst der CSU angehörte. Sein eigenständiger Kurs brachte ihn oft in Konflikt mit der eigenen Partei; zweimal überstand er während seiner Amtszeit Versuche, ihn auszuschließen.
Sein vielleicht größtes Vermächtnis liegt im Verkehrsbereich. Er führte Elektrobusse ein, errichtete Park-and-Ride-Anlagen und weitläufige Tempo-30-Zonen, um den Verkehr in der Stadt zu beruhigen. Eine seiner ersten Amtshandlungen war der Bau eines Kreisverkehrs – damals noch eine Seltenheit. Seine Begründung: "Ampel-Liebhaber sind Menschen, die gerne auf Anweisungen von oben warten."
Seine Politik spaltete die Gemüter: Die einen lobten seine Weitsicht, die anderen kritisierten seinen konfrontativen Stil. Doch sein Einfluss wirkt bis heute nach – ein Wahlplakat von 2026 zeigt noch immer sein Konterfei in den Kuranlagen.
Seit Geyers Amtszeit gab es keine Änderungen an Oberstdorfs Verkehrskonzept. Seine Elektrobusse, die Park-and-Ride-Plätze und die Geschwindigkeitsbegrenzungen blieben unverändert. Ungewiss ist, ob die künftigen Verkehrspläne der Stadt an seinen Ansätzen anknüpfen werden.