Dritte Startbahn in München: Söder stoppt Projekt bis 2028 – doch Lufthansa drängt
Klaus-Dieter PohlDritte Startbahn in München: Söder stoppt Projekt bis 2028 – doch Lufthansa drängt
Die Pläne für eine dritte Startbahn am Flughafen München sind auf ein weiteres Hindernis gestoßen, nachdem der bayerische Ministerpräsident Markus Söder ein Moratorium bis 2028 verhängt hat. Die Entscheidung fällt zu einem Zeitpunkt, an dem Dominik Krause, Münchens neu gewählter grüner Oberbürgermeister, ein Vetorecht über das Projekt erhält – was die Zukunft der Startbahn zusätzlich verkompliziert.
Die dritte Startbahn sieht sich seit Jahren mit politischen und rechtlichen Herausforderungen konfrontiert. Zwar hat das Verwaltungsgericht kürzlich Klagen des Landkreises Freising, der Stadt Freising und des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) abgewiesen, doch das Vorhaben bleibt blockiert. Söders Moratorium verstärkt nun das bestehende Münchner Veto und schafft eine doppelte Sperre.
Seit 2020 hält die bayerische Staatsregierung unter Söder die Option für die Startbahn offen, ohne jedoch Landesmittel bereitzustellen. Offizielle Lobeshymnen auf die Expansionsvereinbarungen der Lufthansa als "Mega-Deal" und "gutes Signal" ersetzten eine tiefgehende Debatte. Unterdessen drängt Lufthansa-Chef Carsten Spohr weiterhin auf den Bau der Startbahn und argumentiert, München benötige dringend mehr Kapazitäten.
Der Flughafen München hat kürzlich einen Antrag eingereicht, um zu bestätigen, dass vorbereitende Arbeiten begonnen hätten – mit dem Ziel, das Erlöschen der Planfeststellung nach zehn Jahren zu verhindern. Doch mit Krause als neuem Oberbürgermeister, der einen 23-Prozent-Anteil am Flughafen hält, könnte sein Widerstand den Fortschritt stoppen. Auffällig ist, dass er das Thema während seines Wahlkampfs trotz eines Wahlergebnisses von 56,4 Prozent mied.
Die Zukunft der Startbahn hängt nun von politischen Verschiebungen nach 2028 ab. Söders Moratorium und Krauses Veto lassen das Projekt für Jahre in der Schwebe. Während die Lufthansa auf Expansion pocht, stößt sie auf lokalen Widerstand – die Debatte wird also weitergehen.






