Deutschlands Suche nach dem perfekten Atommüll-Endlager geht in die heiße Phase
Ilja RustDeutschlands Suche nach dem perfekten Atommüll-Endlager geht in die heiße Phase
Deutschland sucht nach einem dauerhaften unterirdischen Standort, um seinen radioaktiven Abfall eine Million Jahre lang sicher zu lagern. Derzeit nutzt das Land 16 Zwischenlager, doch diese bieten keinen langfristigen Schutz. Die Behörden grenzen nun mögliche Standorte für ein tiefengeologisches Endlager ein.
Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) leitet die Suche nach einem geeigneten Standort. Zu den Kriterien gehören eine Mindesttiefe von 300 Metern unter der Erde, eine 100 Meter dicke Gesteinsschicht als Barriere sowie stabile Wirtsgesteine wie Salz, Ton oder Granit. Diese Bedingungen sollen sicherstellen, dass der Abfall bis zu einer Million Jahre sicher eingeschlossen bleibt.
Bisher kommen noch etwa 25 Prozent der deutschen Landesfläche infrage. Besonders vielversprechend sind die nördlichen Regionen, während Teile des Südens – darunter Bayern und Rheinland-Pfalz – aufgrund ungünstiger geologischer Verhältnisse ausgeschlossen wurden.
Derweil lagern bereits über 130.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktiver Abfall in Zwischenlagern. Bis 2080 werden zusätzlich 10.500 Tonnen hochradioaktiver Abfall aus abgebrannten Brennelementen hinzukommen. Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) überwacht diese Standorte, während die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) den Großteil davon betreibt. Die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) bewertet Risiken und berät in Fragen des Abfallmanagements.
Die Suche nach einem dauerhaften Atomendlager in Deutschland geht weiter – geleitet von strengen geologischen Anforderungen. Bis ein endgültiger Standort feststeht, werden die Zwischenlager immer größere Mengen radioaktiven Materials aufnehmen. Das Ziel bleibt, den Abfall tief unter der Erde zu sichern und so Menschen und Umwelt für die kommenden Jahrhunderte zu schützen.






