Deutsche Telekom beschleunigt Glasfaserausbau bis 2030 mit klaren Kooperationsregeln
Susi DrubDeutsche Telekom beschleunigt Glasfaserausbau bis 2030 mit klaren Kooperationsregeln
Die Deutsche Telekom treibt den Ausbau ihres Glasfasernetzes in ganz Deutschland voran und will bis 2030 25 Millionen Haushalte erreichen. Rodrigo Diehl, der neue Chef von Telekom Deutschland, skizzierte auf der Jahreskonferenz des Buglas in München die Strategie des Unternehmens für Kooperationen und Infrastrukturwachstum. Zwar spielen Partnerschaften eine zentrale Rolle, doch betonte Diehl, dass jede Zusammenarbeit mit den langfristigen Zielen der Telekom im Einklang stehen müsse.
2023 arbeitete die Telekom mit anderen Anbietern zusammen, um in mehreren Städten Glasfaseranschlüsse bis in die Wohnung (FTTH) zu realisieren. In Bochum – einschließlich der Stadtteile Hofstede und Kirchharpen – wurden die Ausbauziele durch diese gemeinsamen Anstrengungen erreicht. Ein im März 2023 unterzeichnetes Kooperationsabkommen leitete zudem den Bau in Nürtingen ein, wo unter anderem Oberensingen und Raidwangen erschlossen werden. Regensburg startete seinen Ausbau im August und plant, bis 2031 100.000 Haushalte anzuschließen.
Diehl machte deutlich, dass Glasfaser die Zukunft sei, lehnte es jedoch ab, Kunden zum Verzicht auf ältere Technologien wie DSL zu zwingen. Kabelinternet kritisierte er als veraltet – wegen Latenzproblemen und schlechter Leistung in automatisierten Systemen. Gleichzeitig räumte er ein, dass die Ausbaukosten in Deutschland die in Ländern wie Ungarn bei Weitem übersteigen.
Auf der Konferenz ging Diehl auch auf Bedenken bezüglich des Einflusses der Telekom innerhalb des Buglas ein, des Branchenverbands der deutschen Glasfaserindustrie, dem das Unternehmen seit 13 Monaten angehört. Er versicherte den Partnern, dass die Telekom auf verlässliche Kooperationen setze – allerdings nur, wenn diese ihre Rolle als Netzbetreiber respektierten. Derzeit entsteht jeder dritte neue FTTH-Ausbau in Zusammenarbeit mit Partnern; weitere Großprojekte sind geplant.
Aktuell verlegt die Telekom jährlich rund 2,5 Millionen Glasfaseranschlüsse. Diehl bekräftigte das Ziel, eine Hochgeschwindigkeitsinfrastruktur in ganz Deutschland aufzubauen, betonte jedoch, dass Partnerschaften die eigene Wertschöpfung des Unternehmens unterstützen müssten.
Der Glasfaserausbau schreitet voran, mit großen Projekten in Städten wie Bochum, Nürtingen und Regensburg. Diehls Aussagen unterstreichen den Fokus auf kontrolliertes Wachstum, das Kooperationen mit den strategischen Prioritäten der Telekom in Einklang bringt. Trotz anhaltender Herausforderungen bei Kosten und Technik bleibt der flächendeckende Ausbau das zentrale Anliegen.






