Deutsche Industrie kämpft mit historischem Wettbewerbsverlust – Rekordwerte alarmieren Experten
Pierre BaumIndustrie sieht Wettbewerbsfähigkeit auf Rekordtief - Deutsche Industrie kämpft mit historischem Wettbewerbsverlust – Rekordwerte alarmieren Experten
Deutsche Industrie verliert rasant an Wettbewerbsfähigkeit – neue Daten zeigen Rekordwerte bei rückständigen Unternehmen
Die deutsche Industrie steht vor einem dramatischen Wettbewerbsverlust: Aktuelle Zahlen belegen, dass so viele Unternehmen wie noch nie den Anschluss verlieren. Im Oktober gaben 36,6 Prozent der Betriebe an, gegenüber Konkurrenten außerhalb der EU zurückzufallen – ein steiler Anstieg gegenüber 24,7 Prozent im Juli. Experten warnen, dass sich die Lage ohne grundlegende Kurskorrekturen weiter verschärfen könnte.
Die jüngsten Erhebungen des Ifo-Instituts zeichnen ein düsteres Bild: In der Branche für elektronische und optische Erzeugnisse sehen sich 47 Prozent der Unternehmen im Rückstand. Im Maschinenbau liegt der Anteil bei rund 40 Prozent. Besonders betroffen sind energieintensive Sektoren wie die Chemieindustrie, wo mehr als die Hälfte der Firmen über nachlassende Wettbewerbsfähigkeit klagt.
Energiepreise bleiben das zentrale Problem. Zwar sanken die Kosten nach der Energiekrise 2022/23 leicht, doch neue Vorgaben – etwa höhere Biogas-Quoten – treiben die Preise wieder in die Höhe. Bis 2026 könnte Biogas 0,12 bis 0,25 Euro pro Kilowattstunde kosten, während erneuerbare Energien bei 0,04 bis 0,10 Euro liegen. Länder wie die USA profitieren hingegen von deutlich günstigerem Gas und setzen deutsche Unternehmen zusätzlich unter Druck.
Auch im europäischen Vergleich verschärft sich die Krise: Der Anteil der Unternehmen, die sich gegenüber EU-Konkurrenten als weniger wettbewerbsfähig einschätzen, hat sich fast verdoppelt – von 12 auf 21,5 Prozent. Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen, sprach von einem "neuen Tiefstand" und machte strukturelle Schwächen für den Niedergang verantwortlich.
Die Daten unterstreichen die zunehmenden Schwierigkeiten der deutschen Industrie, insbesondere in energieabhängigen Branchen. Ohne weitreichende Reformen droht Experten zufolge ein weiterer Rückgang der globalen Marktposition. Die Politik steht nun vor der Aufgabe, die steigenden Kosten und regulatorischen Hürden zu entschärfen – sonst könnte der Abwärtstrend ungebremst anhalten.






