Deutsche Autoindustrie zeigt erste Erholungszeichen trotz anhaltender Krisenstimmung
Klaus-Dieter PohlDeutsche Autoindustrie zeigt erste Erholungszeichen trotz anhaltender Krisenstimmung
Die deutsche Automobilindustrie zeigte im Oktober Anzeichen einer Erholung, trotz anhaltender Herausforderungen. Die Stimmung in der Branche besserte sich, da die Nachfrage anstieg und die Exportaussichten positiver bewertet wurden. Dennoch bleibt die Gesamtprognose verhalten – wichtige Indikatoren liegen weiterhin im negativen Bereich.
Der Geschäftslagenindex des Sektors stieg im Oktober auf -12,9 Punkte, nach -21,3 im September. Dies ist der höchste Stand seit zwei Jahren, auch wenn der Wert weiterhin unter null bleibt. Unternehmen meldeten weniger Probleme mit Auftragsengpässen, was auf eine leichte Entspannung bei der Nachfrage hindeutet.
Die Kapazitätsauslastung in der Produktion erreichte 84,2 % – der beste Wert des Jahres 2023. In den vergangenen Jahren lag die Auslastung jedoch generell niedrig, mit Werten von teilweise nur zwei Dritteln im Jahr 2025 und 77,7 % in bayerischen Werken im zweiten Quartal desselben Jahres. Für den Anstieg im Oktober wurden keine klaren Gründe genannt, obwohl die allgemeinen Trends auf eine schwache Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und anhaltende Produktionskürzungen hindeuten.
Auch die Exportaussichten hellten sich auf und stiegen auf 18,0 Punkte (September: 16,7). Gleichzeitig verschlechterte sich jedoch der Indikator zur aktuellen Geschäftslage weiter und fiel auf -21,6 Punkte (Vormonat: -20,4). Dieses uneinheitliche Bild spiegelt sowohl wachsendes Optimismus als auch anhaltende Schwierigkeiten wider.
Die Perspektiven der Automobilbranche haben sich leicht aufgehellt, da Nachfrage und Exportaussichten zulegen. Dennoch offenbart die aktuelle Datenlage eine fragile Erholung, da zentrale Kennziffern weiterhin negativ bleiben. Die Branche sieht sich weiterhin mit Hindernissen konfrontiert, darunter schwache Absatzzahlen bei Elektroautos und Produktionsengpässe.






