30 March 2026, 06:19

Neuauflage des Mordprozesses um Hanna: Eltern ziehen sich frustriert zurück

Buchumschlag mit einer Karikatur eines strengen Mannes in einem Anzug und einem neugierigen Kind, das zu ihm hochschaut, mit dem Titel 'Das Urteil'

Hannas Eltern ziehen sich aus dem 'Eiskeller'-Prozess zurück - Neuauflage des Mordprozesses um Hanna: Eltern ziehen sich frustriert zurück

Neuauflage des Prozesses im Mordfall Hanna: Verfahren vor dem Amtsgericht Laufen wiederaufgenommen

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Vor dem Amtsgericht Laufen hat die Neuverhandlung im Mordfall der 14-jährigen Hanna aus dem Jahr 2019 begonnen. Das Verfahren war wiedereröffnet worden, nachdem der Bundesgerichtshof das ursprüngliche Urteil wegen Befangenheitsvorwürfen gegen die Richter und Zweifeln an der Glaubwürdigkeit von Zeugen aufgehoben hatte. Der damals verurteilte junge Mann, der später freigelassen worden war, sieht sich nun einer erneuten Prüfung der Beweislage gegenüber.

Die Verhandlung läuft seit etwas mehr als einer Woche, doch bereits jetzt gibt es bedeutende Veränderungen. Hannas Eltern, die zuvor als Nebenkläger auftraten, haben sich aus dem Verfahren zurückgezogen. Ihre Entscheidung folgte auf Unzufriedenheit mit der Verfahrensführung durch die zuständige Kammer des Landgerichts – sie verloren das Vertrauen in einen fairen Ausgang des Prozesses.

Die Verteidigung nimmt eine aktive Rolle ein und prägt maßgeblich den Verlauf der Verhandlung. Sie vertritt die These, Hannas Tod sei durch einen Unfall beim Sturz in einen Bach verursacht worden, ohne Fremdeinwirkung. Kritiker werfen der Verteidigung jedoch vor, die Plattform für Selbstinszenierung zu nutzen und gleichzeitig andere zu diskreditieren.

Der Prozess wurde nach Laufen verlegt, da am ursprünglichen Gerichtsstandort nicht ausreichend Platz in den Sitzungssälen verfügbar war. Der Bundesgerichtshof hatte in seiner früheren Entscheidung schwerwiegende Mängel im ersten Verfahren moniert, insbesondere die Zuverlässigkeit eines Schlüsselvezeugen betreffend. Dies führte zur Aufhebung des Urteils und zur Anordnung einer vollständigen Neuverhandlung.

Die Verhandlung geht ohne die Beteiligung von Hannas Eltern weiter. Ihr Rückzug spiegelt tiefe Frustration über den Gang der Justiz wider. Unterdessen beharrt die Verteidigung auf ihrer Position, dass keine Straftat vorliege – das Gericht muss nun erneut die widersprüchlichen Darstellungen abwägen.

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