23 March 2026, 06:18

Chemieindustrie in Deutschland kämpft mit historischer Krise und Jobabbau

Liniengraph, der den zukünftigen Ölimportprognosen zeigt.

Stimmung in der Chemie sinkt auf Rekordtief seit Sommer 2023 - Chemieindustrie in Deutschland kämpft mit historischer Krise und Jobabbau

Deutschlands Chemieindustrie steckt in der schwersten Krise seit über einem Jahr. Der aktuelle Geschäftsklimaindex des ifo Instituts für den Sektor stürzte im Oktober auf minus 19,4 Punkte ab – der tiefste Stand seit Juli 2023. Angesichts nachlassender Nachfrage und hartnäckig hoher Kosten senken die Unternehmen nun die Preise, fahren Investitionen zurück und bauen Personal ab.

Der drastische Vertrauensverlust wird vor allem von düsteren Zukunftserwartungen getrieben, die auf minus 13,3 einbrachen. Auch die aktuelle Lage bewerten die Firmen als katastrophal: Dieser Indikator fiel auf minus 25,3. Die Kapazitätsauslastung liegt bei nur noch 71 Prozent – ganze zehn Prozentpunkte unter dem Zehnjahresdurchschnitt.

Die Auftragsbücher sind stark ausgedünnt, der entsprechende Index rutschte auf minus 68,9. Allein die Inlandsverkäufe von Agrarchemikalien brachen 2023 um 15 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2022 ein – nach einem kurzen Boom 2021 und 2022, ausgelöst durch Lieferengpässe und Preissprünge. Zwar wächst die globale Nachfrage nach Petrochemie weiter, besonders in den Bereichen Verpackungen und Industrie, doch Deutschlands Chemieunternehmen leiden unter dem harten internationalen Wettbewerb.

Da ausländische Konkurrenten mit niedrigeren Preisen drücken, planen inzwischen mehr Betriebe Preissenkungen als -erhöhungen. Die Kombination aus erodierter Wettbewerbsfähigkeit, sinkenden Umsätzen und schwacher Nachfrage zwingt viele dazu, ihre Aktivitäten weiter zurückzufahren.

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Die Aussichten bleiben düster. Solange sich die Nachfrage nicht erholt oder die Kosten nicht sinken, dürften Investitionskürzungen und Stellenabbau anhalten. Derzeit arbeitet die Branche deutlich unter ihrer üblichen Kapazität – und eine baldige Besserung ist nicht in Sicht.

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