19 March 2026, 16:21

Bayerns neues Jagdgesetz: Wölfe freigegeben, Rehjagd beginnt früher als je zuvor

Liniengraph, der den Anstieg der Wolfpopulation in Deutschland von 2000 bis 2021 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Landtag gibt grünes Licht für leichteres Wolfjagen in Bayern - Bayerns neues Jagdgesetz: Wölfe freigegeben, Rehjagd beginnt früher als je zuvor

Der bayerische Landtag hat tiefgreifende Änderungen des Jagdrechts verabschiedet – eine Entscheidung, die sowohl Kontroversen als auch lebhafte Debatten ausgelöst hat. Die neuen Regelungen ermöglichen es, Wölfe und Goldschakale als jagdbare Wildarten einzustufen. Zudem wird die Jagdzeit auf Rehkitze bereits Mitte April eröffnet. Während Kritiker befürchten, dass die Reformen Ökosysteme gefährden könnten, betonen Befürworter, sie dienten dem besseren Schutz von Nutztieren und einer gezielteren Wildtierbewirtschaftung.

Die Novelle bringt grundlegende Veränderungen in der jagdlichen Regulierung des Freistaats mit sich. Eine zentrale Neuerung ist die Vorverlegung des Jagdstarts für Rehwild auf Mitte April – eine Anpassung an die in den letzten Jahren früher einsetzende Vegetationsperiode im Frühling. Abschusspläne bleiben zwar bestehen, doch behalten sich die Behörden vor, einzugreifen, falls die Bestände übermäßig bejagt oder zu wenig reduziert werden. Lokale Jäger und Grundbesitzer erhalten mehr Mitspracherecht, während bürokratische Hürden abgebaut werden.

Zudem werden durch das Gesetz Kullungen von Wölfen erleichtert, um Angriffe auf Schafe und andere Nutztiere zu verhindern. Innerhalb von nur fünf Jahren ist die Wolfspopulation in Bayern von etwa 50 auf über 250 Tiere angestiegen, mit besonders starkem Wachstum in Regionen wie Oberbayern, Niederbayern und Franken. Diese rasante Zunahme hat den Druck auf Landwirte und Viehhalter deutlich erhöht.

Die Reformen sind nicht ohne Konflikte verlaufen. Innerhalb der Koalitionsregierung kam es zu Spannungen zwischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Agrarministerin Michaela Kaniber. Umweltverbände wie der Bund Naturschutz üben scharfe Kritik an den gelockerten Vorschriften und warnen vor negativen Folgen für Wälder und Ökosysteme.

Die neuen Jagdgesetze stärken die Entscheidungsbefugnisse von Jägern und Grundbesitzern, reagieren auf den Anstieg der Wolfsbestände und passen sich den früheren saisonalen Veränderungen an. Die Behörden werden die Entwicklung der Rehbestände genau beobachten, und in den kommenden Monaten wird sich zeigen, wie wirksam die Maßnahmen zum Schutz der Nutztiere sind. Die Reformen markieren einen deutlichen Kurswechsel in der bayerischen Wildtierpolitik.

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