Bayerns Kirchen verlieren 2025 fast 124.000 Mitglieder – warum die Zahlen überraschen
Ilja RustBischöfe und Regionalkirche: Fast 124.000 Austritte - Bayerns Kirchen verlieren 2025 fast 124.000 Mitglieder – warum die Zahlen überraschen
Bayerns zwei größte christliche Konfessionen verlieren 2025 fast 124.000 Mitglieder
Die katholische Kirche verzeichnete weniger Austritte als im Vorjahr, während die evangelische Kirche einen Anstieg der Kündigungen erlebte. Kirchenvertreter führen die veränderten Zahlen auf laufende Reformen und demografische Verschiebungen zurück.
Im Jahr 2025 traten 81.852 Menschen aus der katholischen Kirche in Bayern aus – ein Rückgang um 5.300 im Vergleich zu 2024. Erzbischof Herwig Gössl von Bamberg führte den Rückgang auf die intensivierten Bemühungen der Kirche bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen zurück. Untersuchungen und Transparenzmaßnahmen scheinen die Austrittsrate gebremst zu haben.
Die Evangelisch-Lutherische Kirche verzeichnete hingegen einen Anstieg um 2.514 Austritte im gleichen Zeitraum, insgesamt verließen 42.000 Mitglieder die Kirche. Dieser Anstieg fällt mit dem Zeitpunkt zusammen, an dem die Gesamtzahl der Mitglieder in Bayern erstmals seit 2024 unter zwei Millionen sank. Kirchenvertreter wiesen zudem darauf hin, dass mehr Mitglieder sterben als neu getauft werden, was die Zahlen weiter schrumpfen lässt.
Zusammen verloren beide Kirchen im vergangenen Jahr fast 124.000 Mitglieder im gesamten Bundesland.
Während die Austrittszahlen der katholischen Kirche leicht zurückgingen, sinkt die Gesamtmitgliedschaft weiterhin. Die evangelische Kirche hingegen sieht sich mit steigenden Austrittszahlen und einer schrumpfenden Basis konfrontiert. Beide Konfessionen stehen nun vor der Herausforderung, ihre Gemeinden angesichts sich wandelnder Demografie und öffentlichen Vertrauens zu stabilisieren.