31 March 2026, 08:23

Bayerns Handwerk zwischen Hoffnung und Reformdruck trotz sinkender Umsätze

Eine detaillierte Karte von Bayern aus dem 15. Jahrhundert, die geographische Merkmale wie Flüsse, Berge und Städte zeigt und von Text und Logos begleitet wird.

Die Handwerksindustrie in Bayern schrumpft - Bayerns Handwerk zwischen Hoffnung und Reformdruck trotz sinkender Umsätze

Bayerns Handwerksbranche kämpft trotz Stabilisierungszeichen mit anhaltenden Wirtschaftssorgen

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Trotz einiger Anzeichen für Stabilität steht das bayerische Handwerk weiterhin vor wirtschaftlichen Herausforderungen. Im dritten Quartal sanken die Umsätze real um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Branchenvertreter warnen, dass tiefgreifende Reformen nötig seien, um das langfristige Wachstum zu sichern.

Eine aktuelle Umfrage zeigt ein gemischtes Bild für die bayerischen Handwerksbetriebe: Während 31 Prozent von rückläufiger Nachfrage berichten, verzeichnen nur 13 Prozent einen Anstieg. Auch die Beschäftigtenzahl im Sektor ging bis Ende September um etwa 1,3 Prozent im Jahresvergleich zurück.

Trotz dieser Schwierigkeiten bewerten dennoch 82 Prozent der Betriebe ihre aktuelle Lage als gut oder befriedigend – eine leichte Verbesserung um zwei Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Für die Zukunft rechnen 79 Prozent damit, dass sich die Rahmenbedingungen entweder verbessern oder stabil bleiben, drei Punkte mehr als im Vorjahr. Im Durchschnitt verfügen die Unternehmen über Aufträge für die kommenden 8,7 Wochen, was in etwa dem Vorjahreswert entspricht.

Franz Xaver Peteranderl, Präsident des Bayerischen Handwerkstags (BHT), fordert dringend Reformen. Er betonte, dass Sondermittel für Verteidigung und Infrastruktur allein strukturelle Schwächen nicht beheben würden. Stattdessen plädierte er für Maßnahmen, um private Investitionen zu fördern und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

In den vergangenen fünf Jahren (2021–2025) hat sich das bayerische Handwerk im Vergleich zu anderen deutschen Regionen besser entwickelt. Die kumulierten Umsatzverluste lagen bei rund 2,5 Prozent – gegenüber einem Bundesschnitt von 5,8 Prozent und bis zu 8 Prozent in Nordrhein-Westfalen. Auch die Arbeitsplatzverluste fielen mit etwa 1,2 Prozent (oder 12.000 Stellen) geringer aus als im Bundesdurchschnitt (3,1 Prozent). Starke Exporte und eine robuste Bauwirtschaft milderte den Rückgang ab.

Dennoch bleibt der BHT vorsichtig. Peteranderl warnte, dass ohne die Bewältigung grundlegender wirtschaftlicher Probleme die Widerstandsfähigkeit des Sektors weiter nachlassen könnte.

Die bayerischen Handwerksbetriebe stehen weiterhin unter Druck durch sinkende Nachfrage und Beschäftigung. Zwar hat sich die Stimmung leicht verbessert, doch die Branchenführer bestehen auf Reformen, um das Wachstum zu sichern. Zwar schneidet der Sektor im bundesweiten Vergleich noch besser ab, doch die langfristige Stabilität hängt davon ab, ob die zugrundeliegenden wirtschaftlichen Herausforderungen angegangen werden.

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