Bayern und Bund setzen auf Tempo bei grenzüberschreitenden Verkehrsprojekten
Pierre BaumBayern und Bund setzen auf Tempo bei grenzüberschreitenden Verkehrsprojekten
Bayern und Bund beschleunigen Verkehrsprojekte mit Nachbarländern
Bayern und die Bundesregierung haben sich darauf verständigt, große Verkehrsvorhaben zur besseren Anbindung Deutschlands an seine Nachbarländer zu beschleunigen. Wichtige Ausbaumaßnahmen bei Schiene und Autobahn, darunter Verbindungen in die Tschechische Republik und nach Österreich, haben nun höchste Priorität. Zudem wird der Ausbau der Magnetschwebebahn-Technologie in der Region vorangetrieben.
Bei einem Treffen in Nürnberg betonten der bayerische Ministerpräsident Markus Söder und Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) die Dringlichkeit schnellerer Fortschritte. Beide Politiker verpflichteten sich, den Ausbau der Bahnstrecke Nürnberg–Prag sowie des Franken-Sachsen-Korridors zu beschleunigen. Diese Strecken gelten als entscheidend für die Verbesserung des grenzüberschreitenden Verkehrs und Handels.
Auch der Ausbau der Autobahn A93 in Richtung tschechischer Grenze stand im Fokus. Die Bundesregierung arbeitet daran, die Finanzierung zu sichern und die Projekte baureif zu machen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Schienenanbindung zum Brennerpass, die nahtlos an den künftigen Brenner-Basistunnel angebunden werden muss.
Söder kritisierte die Verzögerungen bei der Entwicklung der Magnetschwebebahn als inakzeptabel. Während Österreich ähnliche Projekte in wenigen Jahren umsetze, diskutiere Deutschland noch über Zeitpläne bis 2050, monierte er. Der bayerische Regierungschef forderte einen klaren Fahrplan für die Magnetschwebebahn, insbesondere in Nürnberg und möglicherweise auch in Augsburg. Konkrete Schritte zur Weiterentwicklung der Technologie und zum Baubeginn seien nötig.
Der Vorstoß für schnellere Verkehrsprojekte erfolgt vor dem Hintergrund, dass sowohl Landes- als auch Bundespolitiker Reisezeiten verkürzen und die wirtschaftlichen Verbindungen stärken wollen. Zwar stehen Finanzierungs- und Baupläne noch nicht endgültig fest, doch die Verantwortlichen haben deutlich gemacht, dass weitere Verzögerungen nicht mehr hingenommen werden. Als nächste Schritte stehen die Genehmigungsverfahren und der Baubeginn im Mittelpunkt.
Neues Gesetz zur Beschleunigung von Infrastrukturprojekten
Ein legislatives Durchbruch hat sich ergeben, um Infrastrukturprojekte zu beschleunigen. Die Vereinbarung zum Infrastruktur-Zukunftsgesetz in Berlin zielt darauf ab, Genehmigungen durch digitale Prozesse und reduzierte Bürokratie zu beschleunigen. Wichtige Maßnahmen umfassen:
- Keine Umweltprüfungen für Bahnstromversorgungen unter 60 km (z.B. Aschaffenburg-Miltenberg).
- Schnelleres Genehmigungsverfahren für Straßenprojekte wie die A94-Verlängerung in Niederbayern.
- Vorrangstatus für Projekte mit militärischer Relevanz. Bayerns Verkehrsminister Bernreiter bezeichnete es als wichtigen Schritt hin zur Umsetzung der bayerischen Vorschläge, die in früheren Besprechungen dargelegt wurden.