1860 Münchens Anti-Rassismus-Shirt löst Shitstorm wegen Preis und Marketing aus
Pierre Baum1860 Münchens Anti-Rassismus-Shirt löst Shitstorm wegen Preis und Marketing aus
TSV 1860 München bringt Anti-Rassismus-T-Shirt heraus – und erntet Kritik
Der Traditionsverein TSV 1860 München hat unter dem Motto "Blau gegen Rassismus" ein T-Shirt gegen Rassismus auf den Markt gebracht. Doch die Kampagne geriet bereits kurz nach ihrem Start in die Kritik – vor allem wegen des Preises und der Vermarktungsstrategie. Fans und Aktivist:innen hinterfragten, ob die Vorgehensweise des Vereins tatsächlich den Werten der Bewegung entspricht.
Das T-Shirt kostet 39,90 Euro und löste besonders im Vergleich zum ähnlichen Modell des FC Bayern München, "Rot gegen Rassismus" (Preis: 15 Euro), Empörung aus. Zudem wurde kritisiert, dass auf den Werbefotos ein schwarzes Model zu sehen ist – was Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Aktion aufkommen ließ. Die Fangruppe "Löwenfans gegen Rechts" argumentierte, dass Anti-Rassismus-Arbeit vor allem von Verbündeten und nicht von den direkt Betroffenen vorangetrieben werden sollte.
Das Merchandising-Team von TSV 1860 reagierte später auf die Vorwürfe und kündigte an, die gesamten Erlöse aus dem Verkauf an Anti-Rassismus-Initiativen zu spenden. Die Aktion des Vereins steht im Kontext einer breiteren Bewegung im deutschen Fußball, Rassismus aktiv zu bekämpfen. Der FC Bayern etwa setzt bereits seit Langem auf eigene Kampagnen, darunter Stadionbanderolen vor Spielen, Statements in sozialen Medien und Bildungsprojekte zur jüdischen Vereinsgeschichte.
Obwohl zwischen TSV 1860 und dem FC Bayern keine sportliche Rivalität besteht, kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Spannungen abseits des Platzes. Die optische Ähnlichkeit der beiden Anti-Rassismus-Shirts heizte die Debatte über Authentizität und Absicht weiter an.
Die Kontroverse rückt den Verein nun in den Fokus der Frage, wie Anti-Rassismus-Kampagnen sinnvoll umgesetzt werden können. Mit der angekündigten Spende der Einnahmen bleibt abzuwarten, ob die Initiative wieder öffentliches Vertrauen gewinnt. Der Vorfall zeigt zudem die anhaltende Diskussion im Fußball auf: Wo endet echter Aktivismus, und wo beginnt bloße Kommerzialisierung?






