Wie Freising mit Solarstrom die deutsche Energiewende prägte
Die deutsche Solarenergie-Bewegung nahm in den frühen 1990er-Jahren Gestalt an. Ein entscheidender Moment war das Jahr 1993, als Sonnenkraft Freising eine lokale kostendeckende Einspeisevergütung für Solarstrom durchsetzte. Dies ebnete den Weg für frühe Pioniere und tiefgreifende Veränderungen in der Branche.
1994 errichtete Andreas Henze eine der ersten Photovoltaikanlagen unter dem neuen Tarif. Seine anfängliche Installation verfügte über eine Leistung von 550 Watt. Bis 1999 baute er sein Engagement aus und installierte Anlagen mit insgesamt 40 Kilowatt auf zwei Dächern – in Erwartung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).
Das EEG trat am 1. April 2000 offiziell in Kraft und wurde zum Fundament des deutschen Solarbooms. Es trieb nicht nur die heimische, sondern auch die globale Solarbranche voran. Henze konzentrierte sich weiterhin auf Photovoltaikanlagen, insbesondere für landwirtschaftliche Gebäude, und bewies deren wirtschaftliche Tragfähigkeit.
Bis 2012 baute er fast ausschließlich Anlagen für Landwirte, meist mit einer Leistung zwischen 20 und 50 Kilowatt. Die Dynamik hielt an, und 2013 gründete sich die Bürgerenergiegenossenschaft Freisinger Land, um die Energiewende auch nach den Kürzungen der Einspeisevergütungen voranzutreiben.
Heute besitzt die Genossenschaft Dachsolaranlagen und Solarparks mit einer Gesamtleistung von 4,6 Megawatt. Sie betreibt zudem ein Ladenetz mit 73 Stationen und versorgt 1.300 Kunden mit Ökostrom. Die Mitgliederzahl ist auf 1.909 gestiegen – ein Zeichen für die nachhaltige Wirkung der frühen Solarinitiativen.






