02 April 2026, 14:16

Thüringen testet Präventionsworkshops gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen

Eine Karte von Australien mit rot schattierten Bereichen, die den Prozentsatz von unteralterigen Teenagern in jedem Bundesstaat darstellen, begleitet von Text, der besagt, dass unteralterige Teenager für einvernehmlichen Sex auf die Sexualstraftäterliste gesetzt werden können.

Thüringen testet Präventionsworkshops gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen

Dreijähriges Pilotprojekt in Thüringen: Präventionsworkshops zu digitaler sexualisierter Gewalt an Schulen

Ein dreijähriges Pilotprojekt in Thüringen hat Präventionsworkshops zum Thema digitale sexualisierte Gewalt an Schulen in der gesamten Region gebracht. Yasmina Ramdani leitete die Veranstaltungen und erreichte dabei rund 5.000 Schülerinnen und Schüler. Die Initiative, finanziert vom Landesjugendamt, war die erste ihrer Art in Deutschland.

Die Workshops richteten sich an Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5 bis 8 und konzentrierten sich auf Prävention sowie die Bestätigung der Erfahrungen junger Menschen. Ramdani betonte, dass viele Grenzverletzungen innerhalb von Freundeskreisen oder Klassenchats stattfinden – oft aus Naivität und nicht aus böser Absicht.

Studien unterstreichen das Ausmaß des Problems Eine Jugendsexualitätsstudie aus dem Jahr 2025 ergab, dass fast die Hälfte aller jungen Menschen bereits digitale sexualisierte Gewalt erlebt hat. Cybergrooming – also die gezielte Ansprache von Minderjährigen durch Täter in Chats – betraf im selben Jahr fast jeden Vierten. Expertinnen und Experten weisen darauf hin, dass das Internet Tätern Zugang zu Kindern ermöglicht, der offline undenkbar wäre.

Lehrkräfte erkennen zwar den Handlungsbedarf, fühlen sich aber häufig überfordert. Trotz des Projektendes 2023 wirkt es nach: Bundesländer wie Bayern und Nordrhein-Westfalen haben seitdem ähnliche Programme auf Dutzende Schulen ausgeweitet. Doch Stand April 2026 gibt es keine bundesweiten Daten darüber, wie viele deutsche Schulen solche Workshops mittlerweile anbieten.

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Ein erster Schritt – doch die Reichweite bleibt unklar Das Thüringer Pilotprojekt war ein wichtiger erster Schritt im Kampf gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen. Zwar haben einzelne Bundesländer inzwischen ähnliche Maßnahmen eingeführt, doch ein umfassendes Bild über deren Verbreitung fehlt. Die Workshops sollten Jugendlichen Werkzeuge an die Hand geben, um Risiken zu erkennen und eigene Grenzen im digitalen Raum selbstbewusst zu setzen.

Quelle