22 March 2026, 20:27

Südzucker ändert Anbaustrategie für Zuckerrüben wegen globaler Marktkrise

Ein Vintage-Plakat mit leuchtend bunten Gemüsen wie Tomaten und Rüben, die in einem Muster angeordnet sind, mit der Aufschrift "Marktgärtner's Beet" in fetter Schrift auf einem Hintergrund aus gedämpften Blautönen, Grün und Gelb.

Südzucker ändert Anbaustrategie für Zuckerrüben wegen globaler Marktkrise

Südzucker passt Anbaustrategie für Zuckerrüben an angespannte Weltmarktlage an

Angesichts eines schwierigen globalen Marktes stellt der Zuckerhersteller Südzucker seine Strategie für den Anbau von Zuckerrüben um. Das Unternehmen hat mit einzelnen Landwirten in Süddeutschland einjährige Verträge abgeschlossen, um Angebot und Nachfrage besser in Einklang zu bringen. Dr. Stefan Streng, der sowohl den Erzeugerverband als auch den Aufsichtsrat leitet, setzt sich für faire Bedingungen für die Bauern ein und sorgt gleichzeitig dafür, dass das Geschäft langfristig tragfähig bleibt.

Die Branche steht unter Druck durch hohe globale Zuckerbestände, die die Preise gedrückt und das Vertrauen der Erzeuger erschüttert haben. Dennoch bleibt die Zuckerrübe für Südzucker ein zentraler Bestandteil der langfristigen Planung – nicht zuletzt wegen der Verbrauchervorliebe für regional erzeugten "Rübenzucker".

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Für die Rübenbauern in Süddeutschland hat Südzucker einjährige Anbauverträge eingeführt. Diese enthalten Mindestpreisgarantien und bieten den bayerischen Landwirten damit Planungssicherheit. Zwar strebt das Unternehmen eine Verringerung der Anbauflächen an, doch die genauen Anpassungen stehen noch nicht fest – jeder Erzeuger verhandelt seine individuellen Konditionen.

Die globale Zuckerüberproduktion hat die Marktbedingungen verschlechtert und die Stimmung unter den Landwirten durch fallende Preise gedrückt. Als Gegenmaßnahme setzt Südzucker auf Diversifizierung. Zwar macht Zucker mit 40 Prozent noch immer einen großen Teil des Umsatzes aus, doch die übrigen 60 Prozent stammen aus nicht-zuckerbezogenen Produkten – eine Strategie, um die Abhängigkeit von einem einzigen Rohstoff zu verringern.

Statt die Produktionsstätten auszubauen, investiert das Unternehmen in neue Verwendungsmöglichkeiten für Zucker. Die bestehenden Werke in Bayern und Süddeutschland bleiben zwar in Betrieb, doch neue Anlagen sind nicht geplant. Stattdessen erkundet Südzucker innovative Einsatzgebiete für Zucker, um seine Marktposition zu stärken.

Um Erntekrankheiten entgegenzuwirken, wurde für die Landwirte ein neues Maßnahmenpaket entwickelt. Es umfasst Fruchtfolge, Pflanzengesundheit, Schädlingsbekämpfung und Überwachungssysteme, um den Befall durch Zikaden einzudämmen und Infektionen wie die Rübenverderbnis (Rizomanie) oder Stolbur einzuschränken. Notfallzulassungen für den Pflanzenschutz wurden bis 2026 gesichert – möglich gemacht durch die Unterstützung von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir.

Südzuckers Ansatz verbindet kurzfristige Flexibilität mit langfristigem Engagement für die Zuckerrübe. Die einjährigen Verträge und Mindestpreise sollen die Erzeuger schützen und gleichzeitig die Anpassung an die Marktbedingungen ermöglichen. Gleichzeitig zeigen Investitionen in neue Zuckeranwendungen und Krankheitsprävention, wie das Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben will – ohne die Produktionskapazitäten auszuweiten.

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