10 June 2026, 04:18

Steuerstreit zwischen Grünen und SPD eskaliert nach Bas-Vorschlag

Steuerreform: Grünen-Vize Audretsch wirft SPD-Chefin Baerbock Chaos vor und fordert gerechte Entlastung

Steuerstreit zwischen Grünen und SPD eskaliert nach Bas-Vorschlag

Ein Streit über Steuerentlastungen ist zwischen den Grünen und der SPD-Vorsitzenden Bärbel Bas entbrannt. Die Auseinandersetzung begann, nachdem Bas in einem Sonntagstalk eine jährliche Steuerentlastung von mindestens 500 Euro pro Steuerzahler vorgeschlagen hatte. Der stellvertretende Grünen-Vorsitzende Andreas Audretsch kritisierte den Plan umgehend als unrealistisch und unzureichend finanziert.

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Bas hatte ihre Idee erstmals in der Sendung Miosga vorgestellt. Dort schlug sie vor, dass Steuerzahler jährlich mindestens 500 Euro entlastet werden sollten. Allerdings fehlten in ihrem Vorschlag konkrete Angaben dazu, wie die Maßnahme finanziert werden solle.

Audretsch reagierte scharf und bezeichnete den Plan als verantwortungslos. Er warf Bas vor, Steuersenkungen in Höhe von zehntausenden Millionen zu fordern, ohne zu erklären, woher das Geld kommen solle. Der Grünen-Politiker kritisierte zudem, dass die aktuelle Regierungspolitik ohne klare Linie für Verwirrung sorge.

Statt pauschaler Steuersenkungen setzte sich Audretsch für gezielte Entlastungen ein. Er schlug vor, die Abgaben für Gering- und Mittelverdiener zu senken und gleichzeitig die Sozialabgaben zu reduzieren. Gleichzeitig betonte er, dass Superreiche mehr beitragen müssten, um diese Reformen zu finanzieren. Strukturreformen seien unverzichtbar, um das System gerechter zu gestalten, so Audretsch.

Zudem übt er scharfe Kritik an der Bundesregierung, die mit drastischen Kürzungen vor allem einkommensschwache Gruppen belaste. Ohne eine kohärente Strategie werde sich die Lage weiter verschärfen, warnte er.

Der Konflikt offenbart tiefe Gräben in der Steuerpolitik zwischen Grünen und SPD. Bas’ Vorschlag steht weiterhin auf dem Prüfstand, ohne dass bisher ein Finanzierungskonzept vorliegt. Audretschs Gegenentwurf zielt hingegen auf eine Umgestaltung des Steuersystems ab, die der Mehrheit zugutekommen und die höchsten Einkommen stärker in die Pflicht nehmen soll.

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