Rücktritts-Chaos: Berlins Digital-Staatssekretär Hundt kämpft um sein Amt und eine 72.000-Euro-Abfindung
Ilja RustRücktritts-Chaos: Berlins Digital-Staatssekretär Hundt kämpft um sein Amt und eine 72.000-Euro-Abfindung
Berlins Staatssekretär für Digitalisierung, Matthias Hundt, nimmt seinen Rücktritt zurück – doch die Behörden ermitteln wegen seiner Verbindungen zu einem inzwischen insolventen Unternehmen. Gleichzeitig treibt der Senat seine Absetzung voran.
Die Staatsanwaltschaft Dresden prüft derzeit die Rolle Hundts beim Zusammenbruch der SDC Sachsen Digital Consulting GmbH. Das Insolvenzverfahren über das Unternehmen wurde am 25. November 2025 eröffnet. Die Ermittler untersuchen, ob ausstehende Beiträge zur Deutschen Rentenversicherung zur finanziellen Schieflage beigetragen haben.
Hundt hatte zunächst seinen Rücktritt angeboten, diesen später jedoch zurückgezogen. Als Begründung nannte er Frust über haltlose Gerüchte und den Wunsch, seinen Namen zu reinigen. Seine Anwälte betonen, er sei niemals Gesellschafter des angeschlagenen Unternehmens gewesen, sondern habe bis Herbst 2024 nur als externer Geschäftsführer fungiert.
Trotz seines Sinneswandels treibt der Senat seine Entlassung weiter voran. Eine endgültige Entscheidung soll am Dienstag fallen. Falls abgesetzt, stünde Hundt dennoch eine Abfindung in Höhe von sechs Monatsgehältern zu – rund 72.000 Euro.
Die Ermittlungen gegen die SDC Sachsen Digital Consulting GmbH laufen derweil weiter, wobei die Rentenversicherung mögliche ausstehende Zahlungen prüft. Über Hundts politische Zukunft entscheidet nun die anstehende Senatssitzung. Das Ergebnis wird zeigen, ob er im Amt bleibt oder mit einer finanziellen Regelung ausscheidet.






